In voller Breite: Panorama-Software

Seite 4: ImageAssembler, Panorama Factory und Panorama Maker

Inhaltsverzeichnis

Beim Importieren der Bilder in ein neues Projekt muss der Anwender in ImageAssembler darauf achten, dass er nur die zugehörigen Fotos lädt oder die überflüssigen Bilder gleich wieder löscht. Andernfalls montiert ImageAssembler auch fremde Aufnahmen irgendwo ins Panorama, auch wenn sie mit den anderen Bildern rein gar nichts gemeinsam haben.

Vor dem eigentlichen Stitchen empfiehlt sich zunächst ein Preview-Lauf, der eine kleinere Vorschau des Panoramabildes produziert. Das ist praktisch, denn an ihr kann man sehr gut abschätzen, ob ein automatischer Lauf Erfolg verspricht oder ob man besser in den manuellen Modus wechselt, um selbst Kontrollpunkte zu setzen. Dass ImageAssembler im Projektfenster darauf hinweist, dass die Automatik Stativaufnahmen erwartet, hat allerdings seinen guten Grund: Mit unseren Freihandaufnahmen kam das Programm nicht zurecht. Auch bei ausreichender Überlappung passte ein Großteil der Bilder nicht zusammen. Sie wurden einfach schief aneinander gesetzt.

Im manuellen Modus ließen sich die Probleme umgehen. Hier muss man sich entscheiden, ob man jeweils drei oder fünf identische Bildpunkte setzen möchte, woraufhin das Programm entsprechend viele Markierungen am Bildrand jedes Bildpaars platziert, die man an geeignete Positionen verschiebt. Da es keinen speziellen Kontrollpunkteditor gibt, der jeweils ein Bildpaar nebeneinander darstellt und per Mausklick zum nächsten wechselt, muss man unter den geöffneten Bildern zunächst jedes Bildpaar heraussuchen und so positionieren, dass man beide gleichzeitig im Auge behalten kann – das ist lästig, wenn sich die Szene aus sehr vielen Einzelbildern zusammensetzt. Dafür vereinfacht der so genannte Flag-Assistent das Positionieren der Kontrollpunkte. Der Anwender muss sie nur grob ausrichten. Der Assistent analysiert dann die nähere Umgebung, um sie dann exakt zu justieren. Trotz der manuellen Eingriffe hielt sich der Aufwand in den Testpanoramen in Grenzen, um akzeptable Resultate zu erzielen – zumal drei Bildpunkte pro Bildpaar vollkommen ausreichten.

Ein Assistent macht es dem Neuling in Panorama Factory leicht, schnell zum Ziel zu gelangen. Er begleitet den Anwender bei jedem Schritt vom Importieren der Einzelbilder bis hin zum Speichern des fertigen Panoramas in vorbildlicher Weise mit ausfĂĽhrlichen Hinweisen. Wer sie bereits kennt, kann fĂĽr die Zukunft jede Meldung einzeln unterdrĂĽcken.

Nach dem Laden der Bilder erwartet das Programm, dass sie in der richtigen Reihenfolge stehen und zur Aufnahmereihe gehören. Andernfalls übernimmt es wie ImageAssembler auch fremde Aufnahmen irgendwo ins Panoramabild. Zum Zusammensetzen kennt das Programm einen vollautomatischen, einen halbautomatischen und einen manuellen Modus. Interessant ist die Halbautomatik vor allem zur Korrektur der von der Automatik produzierten Fehler, da man lediglich in kritischen Bilderpaaren, etwa bei allzu geringer Überlappung, Kontrollpunkte setzen muss und die übrigen Bilder automatisch zusammensetzen lassen kann. Sowohl im halbautomatischen als auch manuellen Modus zeigt das Programm zu jedem Bildpaar durch rote, gelbe, blaue oder grüne Markierungen an, ob Anzahl und Verteilung der Kontrollpunkte für ein gutes Resultat ausreichen. Anders als in Hugin funktioniert dies in Panorama Factory sehr zuverlässig.

Auf die Automatik konnten wir uns bei keinem der Testpanoramen verlassen. Sie produzierte jede Menge Geisterbilder mit durchsichtigen Autos, Menschen und Booten. Einige Bilder konnte das Programm nicht exakt zusammensetzen, auch wenn sie sich recht großzügig um bis zu 50 Prozent überlappten. Mit sehr geringen Überlappungen kam die Automatik gar nicht zurecht. Deutliche Knicke im Horizont und an Gebäuden sowie Schatten des ausgeblendeten Bereichs des darunterliegenden Bildes verdarben den Gesamteindruck. Durch das Setzen von Kontrollpunkten in den betroffenen Bildpaaren ließen sich die Fehler allerdings schnell beheben, wofür jeweils fünf Punkte pro Bilderpaar reichten. Wer sich diese Zeit nimmt, gelangt in Panorama Factory auch bei Freihandaufnahmen zu ansehnlichen Ergebnissen.

Mit einer ausführlichen und informativen Anleitung, wie man Einzelfotos für Panoramen aufnimmt, begrüßt Panorama Maker den Anwender nach dem Programmstart. Das und auch die sehr einfache Bedienung verhelfen Einsteigern in die Panorama-Fotografie zu schnellen Erfolgen. Nach Auswahl eines Ordners auf der Windows-Explorer-ähnlichen Oberfläche erscheinen die gespeicherten Bilder als Miniaturen auf dem Bildschirm. Klickt man auf eine Einzelaufnahme, findet das Programm anhand der in den EXIF-Daten gespeicherten Aufnahmezeit alle zugehörigen Bilder – vorausgesetzt, sie wurden innerhalb von 40 Sekunden geschossen.

Im manuellen Modus sieht Panorama Maker pro Bildpaar nur drei Markierungen identischer Stellen vor. Selbst in diesem kritischen Fall lieĂź sich das Panorama durch passendes Ausrichten aber trotzdem fehlerfrei erstellen.

Ein Klick auf "Weiter" lädt die ausgewählten Fotos und zeigt auch gleich eine Vorschau an. Passen die Einzelbilder zusammen, kann der Anwender das Bild anhand eines Rasters waagerecht ausrichten, die Helligkeit korrigieren und das Panorama auch gleich zuschneiden lassen, um es dann zu speichern. Dieser Automatikmodus lieferte zum Teil erstaunlich gute Ergebnisse. Die Übergänge passten weitgehend exakt zusammen, lediglich die Überlappungsbereiche erschienen etwas dunkler als die restlichen Teile der Panoramen. Leider bietet das Programm keine Funktion an, die Helligkeit per Hand korrigieren.

Beim Rathaus-Panorama dagegen versagte die Automatik vollständig, was anhand der Vorschau sofort ins Auge sprang. Ein Klick auf "Manuell" wechselte in den interaktiven Modus, in dem man die Bildübergänge anpassen und Punkte ausrichten kann, wofür Panorama Maker lediglich drei pro Bildpaar vorsieht. Damit ließen sich zwar unsere Testpanoramen korrigieren. In schwierigeren Fällen mit sehr geringen Überlappungen dürften sich die Probleme jedoch nicht immer beheben lassen. Einziger Mangel danach im Rathaus-Panorama: Durch einen nicht perfekten Perspektivausgleich sahen die Seitenflügel aus, als würden sie schräg nach hinten verlaufen.