Italienisch Cruisen: Lancia Thema 3.6 V6 Executive
Den Motor hört man nur, wenn man harsch per Kick-down zurückschaltet . So fährt man aber auch mit so einer großen Reiselimousine nicht. Daher zischelt der Wagen meist unaufgeregt dahin
- pho
München, 30. Oktober 2012 – Den Motor hört man nur, wenn man harsch per Kick-down zurückschaltet oder bei Dauervollgas. So fährt man aber auch mit so einer großen Reiselimousine nicht. Daher zischelt der Wagen meist unaufgeregt dahin, auch Windgeräusche sind kaum zu hören. Die Rede ist vom Lancia Thema, den es jetzt auch mit einem von Chrysler entwickelten 3,6-Liter-V6-Benziner aus der Pentastar-Familie gibt.
Italiener amerikanischer Abstammung
Darüber, dass der Lancia Thema hierzulande früher Chrysler 300C hieß, haben wir uns schon an anderer Stelle ausgelassen. Ich störe mich daran längst nicht mehr. Immerhin hat die Überarbeitung durch die Lancia-Designer dem Wagen einen stilvollen Innenraum beschert – bei dem Testwagen in Executive-Ausstattung sogar mit schickem zweifarbigen Leder und hübscher Analoguhr. So wird der große Lancia zu einem sehr angenehmen Aufenthaltsort.
Italienisch Cruisen: Lancia Thema 3.6 V6 Executive (15 Bilder)

Der Lancia Thema mit neuem 3,6-Liter-V6-Benziner und Achtgang-Automatik
Der V6-Benziner leistet aus 3,6 Liter Hubraum 286 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 340 Nm. So motorisiert, erreicht der Wagen 240 Kilometer pro Stunde und beschleunigt in 7,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Zwar läuft die Maschine nicht so seidig wie beispielsweise ein Reihensechszylinder von BMW, doch sie macht ihre Arbeit erstaunlich gut und hinterlässt einen sympathischen Eindruck.
Ein eher gemĂĽtlicher Cruiser
Der Wagen liegt nicht ganz so ruhig wie ein BMW 5er oder ein Audi A6 (zu denen er vom Preis her passt) – oder gar wie 7er und A8 (mit denen der Lancia in einer Größenklasse spielt). Und der Fahrer ist nicht so eins mit der Straße wie die genannte Fahrzeugen aus Süddeutschland. Doch angesichts des günstigen Thema-Kaufpreises wird man das gerne in Kauf nehmen. Zudem entschädigt die Lenkung mit einer ruhigen Mittellage, was sich vorteilhaft bei schneller Autobahnfahrt auswirkt. Die neue Achtgang-Automatik arbeitet mit sanften Schaltvorgängen, schaltet allerdings nur recht bedächtig zurück, was man vorm Überholen daher besser per manuellem Eingriff macht.
Noch besser lässt man es mit diesem Wagen aber gelassen angehen und genießt die umfangreiche Ausstattung: Das Executive-Modell verwöhnt mit dunklem Holz, beledertem Armaturenbrett, einem großen Navi mit Touchscreen, 506-Watt-Soundanlage, 20-Zoll-Alus und vielen Sicherheitsassistenten, darunter ein auffallend sanft bremsendes Abstandsradar. Optional gibt es nur noch ein Panorama-Glasschiebedach (mit riesiger Öffnung, 1350 Euro) und Metallic-Sonderlack (950 Euro). Wenn nur der stets blau beleuchtete, verspielte Tacho besser ablesbar wäre – das sollten die Lancia-Designer aber auch noch hinbekommen.