Kraftkur: BMW 650i Coupé bietet mehr Hubraum und PS
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Stets genug Druck
Ansonsten wirkt das mit variabler Ventilsteuerung ausgestattete Triebwerk in nahezu jedem Drehzahlbereich bis 7000 Touren sehr enthemmt. Dank seines spontanen Ansprechverhaltens bietet der 650i bereits genügend Fahrspaß, ohne dass man ihn ständig ans Limit treiben müsste, ein souveräner Antrieb also. Einen zusätzlichen Kick hat der Motor zwar jenseits der 4000 Umdrehungen parat. Doch im Alltag wird man aufgrund der bereits bei wenigen Touren verfügbaren Kraft selten das volle Drehzahlband nutzen. Wer mit relativ wenig Drehzahlen das Coupé bewegt, kann entsprechend viel Sprit sparen. Erwartungsgemäß ist der mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombinierte Motor recht durstig. Den Durchschnittsverbrauch gibt BMW mit optimistischen 11,9 Litern an. Wer sich sehr zurückhält, könnte wohl etwa mit diesem Wert in der Praxis hinkommen. Besonders Eilige werden hingegen gut 20 Liter akzeptieren müssen. Am Ende von knapp 2500 Testkilometern haben wir einen durchschnittlichen Spritkonsum von 15,9 Litern errechnet.
Duale Persönlichkeit
Der 650i ist ein Auto, mit dem man sich sehr lustvoll sportlich bewegen kann. Allerdings reagiert der schnittige BMW sensibel auf geflickte Straßen. Kleine Unebenheiten bringen leicht etwas Unruhe in den Innenraum. Ansonsten ist man aber recht komfortabel unterwegs. Auf langen Autobahnfahrten fühlt man sich wie in einer Luxuslimousine. Dafür vermittelt bereits die Serienlenkung ein wenig das Gefühl, ständig nach Kurven zu gieren, was auf längeren Fahrten etwas unentspannt wirkt; ganz im Gegensatz zum Unterbau des 650i, der bei ambitionierter Fahrweise mit seiner sehr hohen Verwindungssteifigkeit beeindruckt.
Wagemutige werden belohnt
Soll es besonders schnell ums Eck gehen, stellt man eine interessante Änderung fest: Je härter der Einsatz bei Kurvenfahrten, desto leichter und handlicher fühlt sich der 650i an. Wer eine aggressive Gangart einlegt, kann die besondere Freude am Fahren entdecken, die selbst einen großen BMW so fahrenswert macht. Allerdings setzt manchen Situationen das Stabilitätsprogramm DSC etwas zu früh ein. Wird die Fahrsicherheitsassistenz ausgeschaltet, nerven die hinteren Antriebsräder mit gelegentlichem Scharren. Doch ein leicht tänzelndes Heck vermittelt ja auch einen besonders sportlichen Charakter. Typisch für einen Sportwagen ist der recht große Wendekreis des 6ers.