Lohnt sich der Antrieb mit Erdgas und Autogas?

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Doch es gibt noch weitere Kostenvorteile, die sich durchaus auf einige hundert Euro pro Jahr summieren können. So besteuert das Finanzamt gasbetriebene Fahrzeuge wie Benziner und einige Gasversorger gewähren einen Zuschuss von mehreren hundert bis zu über tausend Euro bei der Anschaffung von Autos mit Gasantrieb. Zudem hat unsere Nachfrage bei mehreren Autoversicherern ergeben, dass Gasfahrzeuge derzeit genauso eingestuft werden wie Benziner, auch hier gibt es also einen Kostenvorteil gegenüber Dieselfahrzeugen. Zudem bieten einige Versicherer Rabatte für umweltfreundliche Autos, so zum Beispiel HDI-Gerling. Eine Fußangel sollte dabei beachtet werden, zumindest bei nachgerüsteten Fahrzeugen: Wenn Zusatzausstattung einen Wert von 2000 Euro übersteigt, muss dem Versicherer dies gemeldet werden, andernfalls ist der Kaskoschutz nicht in vollem Umfang gegeben. Insgesamt spricht also derzeit nicht nur der „Spritverbrauch“ für LPG- und CNG-Autos, sondern auch geringere Festkosten.

Aufladung steigert Wirkungsgrad
Das gilt umso mehr, als die Hersteller die Motorentechnik zunehmend auf Gasbetrieb optimieren. Wer noch bis zum Ende des Jahres wartet, kann in den Genuss des neuen Opel-Motors 1.6 CNG Ecotec kommen. Mit Turbolader erreicht er eine Leistung von 110 kW (150 PS) und soll ab Dezember im Zafira zu haben sein. Erste Auslieferungen sind im Januar 2009 geplant. VW setzt auf den Einsatz seines in Genf vorgestellten 1.4 TSI EcoFuel mit ebenfalls 110 kW. Dieser soll Ende des Jahres im bivalenten Passat erscheinen – bivalent, weil der Passat einen 22-kg-Gastank und einen 31-Liter-Benzintank erhält und für beide Kraftstoffarten ausgelegt ist. Monovalente Gasfahrzeuge führen nur eine kleine Benzinreserve von weniger als 15 Litern als Notration mit. Ihr Motor ist also in der Regel auf den Gasbetrieb abgestimmt und erzielt so einen höheren Wirkungsgrad.

Angesichts der höheren Oktanzahl von CNG und LPG sind Motoren, die nicht ausschließlich auf Gasbetrieb ausgelegt sind, immer ein Kompromiss. Ihre Verdichtung passt zum Betrieb mit Gas oder Benzin – aber nicht zu beiden Betriebsarten. Zwar könnte man dieses Problem mit einer variablen Verdichtung beheben, um den Kompressionsdruck zu variieren. Diese Technik ist jedoch bis heute mechanisch sehr aufwendig – dass bisher kein Hersteller eine Serienlösung parat hat, spricht für sich. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Motor für Gasbetrieb hoch zu verdichten und bei Benzinbetrieb den Volllastbetrieb zu begrenzen. So hat VW den 1,6-Liter-Motor mit 13,5:1 hoch verdichtet und bremst ihn durch Zurück­nehmen des Zündzeitpunkts und der Drosselklappenstellung bei Benzinbetrieb ein, um ein Klopfen zu verhindern.