Mit Köpfchen: Stativ-Neiger und -Kugelköpfe

Seite 2: Giottos MH 5001, Gitzo G2180

Inhaltsverzeichnis

Mit einem klassischen 3-Wege-Neiger geht Stativ-Spezialist Giottos ins Rennen. Eine Flügelschraube beim MH 5001 löst die Panoramaachse, die nahezu perfekt läuft. Über dem Gelenk sitzt eine Libelle, die hilft, die Kamera horizontal auszurichten. Zwei große Drehhebel stellen die Neige- und die Kippachse fest. Die Griffe sind ideal gummiert und liegen gut in der Hand. Mit angemessener Anstrengung festgeschraubt, halten die Klemmen, was sie versprechen. Aber Vorsicht beim Festschrauben: Die Klemmen lassen die Kamera merklich von ihrer gewünschten Einstellung abweichen. Das ist absolut störend bei großen Brennweiten.

Der 3-Wege-Neiger MH 5001 von Giottos erfüllt seine Zwecke gut. Schwächen hat er in der Feststellabweichung.

Die Stativplatte im Giottos-Standard klickt richtig in die Kupplung ein und ist dann ohne Nachschrauben oder sonstige Sicherungsmaßnahmen gegen Verwacklung geschützt. Zu dem Hebel zum Entsperren gesellt sich eine weitere Libelle. Auf jedem Achsenkopf sind Pfeile und Striche, wie bei einer Kompassrose, symbolisiert. Die könnten als Skala für den Neigewinkel verwendet werden, würde da nicht die entsprechende Markierung auf dem Gegenstück fehlen.

Im Verwindungstest liegt das MH 5001 im Mittelfeld; anders bei der Feststellabweichung: Hier versagt der Kopf und weicht von dem gewünschten Motiv deutlich ab.

Die 2-Wege-Neiger machen sich rar, trotzdem haben Modelle wie das Gitzo G2180 ihre Daseinsberechtigung, da sie meist so ausgelegt sind, dass der Fotograf bei Bewegungen gut mitziehen kann – bei Sportfotografie in der Regel mit Objektiven ab 400-mm-Brennweite. Solche Objektive sind in der Regel mit einer Stativschelle ausgestattet, um auf Hochformat umzustellen. Auch dient die Schelle als ein verkürzter Hebel des Objektivs. Dadurch wird die Schraube der Stativkupplung nicht so sehr beansprucht und der Kopf lässt sich ebenfalls leichter bedienen.

Giottos 2-Wege-Neiger G2180 besticht durch eine perfekte Fluiddämpfung.

Seitlich am Kopf des Stativs hat man einen langen, frei beweglichen Schwenkarm montiert, der die vollständige Kontrolle über die Kamera garantiert. Auf der anderen Seite liegt das Doppelrad, um die Schwenkund die Neigeachse getrennt voneinander zu arretieren. Beide Achsen sind vorzüglich fluid gedämpft. Dem G2180 wurde für die Neigeachse zusätzlich eine Ausgleichsdämpfung verpasst. Die Feder sorgt für einen Gewichtsausgleich, sodass die Kamera selbst mit einem schweren Objektiv nicht plötzlich ein Übergewicht bekommt. Dadurch lassen sich auch langsame und saubere Schwenks bewerkstelligen. Wer das nicht braucht, schaltet die Feder per Drehknopf einfach ab.

Die Stativkupplung fasst eine Gitzo-Platte in quadratischer Form: Draufschieben, einrasten und festschrauben – so sitzt die Kamera sicher auf dem Kopf. Behäbig wie die Fluid-Dämpfung ist das Schwingungsverhalten des Gitzo. Der einzige Kopf mit zwei Achsen findet sich im guten Testmittelfeld wieder. Auch bei der Feststellabweichung, die im Telebereich besonders dramatisch auffällt, kommt ein mittlerer Wert heraus.