Skurill: Der Mitsuoka Orochi

Seite 2: Skurill: Der Mitsuoka Orochi

Inhaltsverzeichnis

Außen reicht’s also nicht zur Liebe auf den ersten Blick. Aber vielleicht kann der Orochi ja durch innere Werte glänzen. Auf dem Papier jedenfalls werden auch diese Hoffnungen enttäuscht. Der als Mittelmotor installierte V6-Treibsatz stammt von Toyota, hat 3,3 Liter Hubraum und leistet relativ bescheidene 233 PS. Dummerweise bringt der Orochi auch noch 1533 Kilogramm auf die Waage – ganz schön fett für einen Sport-Zweisitzer. Mit 6,5 Kilogramm pro PS erreicht der japanische Hingucker also ein deutlich schlechteres Leistungsgewicht als etwa ein Opel Astra OPC mit 5,8 Kilogramm pro PS.

Was also bleibt unterm Strich für rund 73.000 Euro Listenpreis? Ein Zweisitzer mit offensichtlich sportlichen Ambitionen und (etwas weniger offensichtlichen) Gewichtsproblemen. Dazu noch ein unspektakulärer Motor und ein Gesicht wie Helga Feddersen nach einer dreitägigen Sauftour. Ein Mensch mit westlich geprägtem Schönheitssinn sollte also über sehr viel Geld, Selbstsicherheit und einen gesunden Sinn für Humor verfügen, um den Kauf des schrulligen Mitsuoka ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Dann allerdings könnte der japanische Plattfisch durchaus Sinn machen – als eine Art Anti-Fashion-Statement und kurioser Hingucker auf abendländischen Boulevards. Denn ganz egal wie hässlich man den Orochi auch finden mag: ein extrastarker Blickmagnet ist der abgedrehte Japaner allemal. (imp)