ZF bringt „Vector-Drive“-Hinterachsgetriebe zur Serienreife

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Das Vector-Drive-Hinterachsgetriebe von ZF, dessen Serieneinsatz bei BMW vorgesehen ist, ist sowohl für allradgetriebene als auch für Fahrzeuge mit Hinterradantrieb geeignet: Durch eine Verteilung des Antriebsmoments auf die beiden Räder der Hinterachse wird ein zusätzliches Giermoment (Eindrehen) erzeugt, das die Lenkbewegung des Fahrzeugs vor allem bei der Kurveneinfahrt unterstützt. Auf diese Weise kann das Fahrzeug bei raschen Ausweichmanövern stabilisiert werden, ohne dass Räder abgebremst werden müssen.

Fahrzeuge mit dem Vector-Drive-Hinterachsgetriebe sind laut ZF in kritischen Situationen noch besser zu beherrschen. Die Lenkung spricht direkter an, es sind weniger Lenkaufwand und weniger Lenkkorrekturen nötig. Dadurch werden die Sicherheitsreserven erhöht, ohne dass auf Fahrdynamik verzichtet werden muss.

Bei Geradeausfahrt verhält sich das Vector-Drive-Hinterachsgetriebe wie ein herkömmliches Getriebe mit offenem Differenzial: Das Antriebsmoment wird zu gleichen Teilen auf die Antriebswellen der Räder übertragen. Erst bei Kurvenfahrt wird, gesteuert durch die elektromechanisch betriebene Lamellenbremse des Überlagerungsgetriebes, das Moment ungleich zwischen den beiden Antriebswellen verteilt.

Die wesentliche Neuerung: Das Torque Vectoring-Achsgetriebe erzeugt auch unabhängig vom Antriebsmoment, zum Beispiel bei kurvigen Bergabfahrten ohne zusätzliche Beschleunigung, ein Raddifferenzmoment, so dass auch in diesem Fall das kurvenäußere Rad mehr und das kurveninnere weniger Vortrieb erhalten. Das ist nicht selbstverständlich, denn herkömmliche Torque-Vectoring-Systeme wirken nur unter Last, also wenn der Fahrer „Gas gibt“.