Miniaturisierung mit LEDs
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Fazit
Angesichts der Fortschritte, die die Hersteller gemacht haben, scheint es möglich, dass LEDs in Zukunft die herkömmlichen Projektoren-Lichtquellen weitgehend ablösen werden. Noch ist es allerdings nicht so weit.
Zugegeben: Die LED-Beamer sind kleiner und leichter als ihre herkömmlichen Pendants. Alle anderen Vorteile erweisen sich jedoch als Augenwischerei. Wenn man bedenkt, dass einige Hersteller die Lebensdauer ihrer Hochdrucklampen inzwischen mit 6000 Stunden angeben, erscheinen die 10.000 Stunden der LEDs nicht mehr als bahnbrechender Fortschritt. Zudem lassen sich LEDs anders als die konventionellen Lampen nicht austauschen. Und auch die viel-gepriesene Effizienz der Leuchtdioden verpufft bei näherem Hinsehen: Der hellste LED-Beamer im Test, das Gerät von Samsung, schafft bei einer Leistungsaufnahme von 45 Watt 158 Lumen, das entspricht 3,5 Lumen pro Watt. Ein günstiger Präsentationsbeamer wie beispielsweise der Epson EB-X6 holt aus 220 Watt 2366 Lumen. Mit 10,8 Lumen pro Watt ist das also mehr als dreimal so effizient wie der LED-Projektor. Leiser sind die Minibeamer auch nicht: Unsere Testgeräte rumorten, ähnlich wie Lampenbeamer, mit ein bis zwei Sone.
Komplett geräuschlos sind lediglich die vier Mikroprojektoren mit Batteriebetrieb. Doch diese projizieren mit 10 Lumen auch so düster, dass sie sich nicht für viel mehr als Spielereien eignen. Sinnvoll nutzen lassen sie sich mit Abstrichen als Deckenbeamer fürs dunkle Schlafzimmer. Die beste Bildqualität liefert in dieser Kategorie der Sypro-Prototyp, gefolgt von Optoma und Aiptek. Der 3M-Beamer disqualifiziert sich durch seine flauen Farben. Dass Aiptek und 3M mit 640 × 480 Pixeln eine höhere Auflösung als die anderen beiden Mikrobeamer (480 × 320 Bildpunkte) haben, fällt in der Praxis nicht auf: Sobald man das Bild größer zieht als ein DIN-A4-Blatt, wirkt es wegen der sehr unpräzisen Objektiveinstellung eh immer etwas unscharf.
Die Kleinstbeamer sind zwar alle gleich hell, unterscheiden sich aber im Kontrast: Dieser liegt bei den DLP-Geräten deutlich höher als bei den LCoS-Projektoren. Dadurch nimmt das menschliche Auge die DLP-Projektion als heller wahr – allerdings sehen einige Menschen hier auch den eingangs erwähnten, störenden Regenbogeneffekt. Die LCoS-Technik nervt zwar nicht mit Farbblitzern, dafür stören bei den getesteten Geräten magere Kontraste und extrem flaue Farben. Unserer Meinung nach ist das ein größeres Manko als der DLP-Regenbogen.
Sobald die Mikrobeamer etwas heller werden und ohne externe Zuspieler auskommen, könnte aus der Spielerei vielleicht auch ein "Must-Have"-Gadget werden. Lange dauern wird es nicht mehr, ein batteriebetriebener 50-Lumen-Mikrobeamer mit eingebautem Medienplayer wurde inoffiziell bereits angekündigt.
Die Miniprojektoren zum Aufstellen spielen mit ihrer – leider nicht regenbogenfreien – Bildqualität in einer ganz anderen Liga, auch wenn sie immer noch wesentlich dunkler projizieren als ihre Lampen-Pendants. Die DLP-Projektoren von Samsung und LG sind mit ihren 158 und 131 Lumen noch am ehesten praxistauglich, mit Abstrichen auch das Acer-Gerät. Der Dell-Beamer mit seinen läppischen 43 Lumen kostet mit 430 Euro fast genauso viel wie der viermal hellere P400B von Samsung. Leider muss man bei allen Minibeamern ein externes Netzteil mitschleppen, das in einigen Fällen (Acer und Dell) sogar mehr wiegt als der Projektor selbst.
Ein großes Sternchen ins Aufgabenheft bekommt LG: Dank USB-Port kann man Fotos und Videos ohne externen Zuspieler projizieren. Auch die Farbdarstellung kann sich sehen lassen – leider kostet der Projektor happige 560 Euro.
Zu diesem Beitrag gehören eventuell weitere Tabellen und Labormessungen, die Sie im kostenlos verfügbaren PDF des Original-Artikels aus c't finden.
Literatur:
[1] Richard Jahn, Zwergenkino, Minibeamer mit LED-Beleuchtung im Test
[2] Jürgen Rink, Mobile Zugaben, Notebook-Zubehör für unterwegs und für das Büro
[3] Richard Jahn, Bildwerfer, Beamer mit WLAN-Anschluss
[4] Richard Jahn, Bildteiler, LCD-Projektor fĂĽr mehr als einen PC
[5] Richard Jahn, Informationsmultiplikator, Präsentieren mit mobilen Projektoren (ll)