Kino im Handy

Seite 13: UPnP AV und Handys

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Universal Plug and Play Audio/Video (UPnP AV) ist ein Standard, über den sich per Ethernet oder WLAN Mediendateien austauschen lassen (siehe auch Netzwerke mit UPnP einrichten und steuern in heise Netze). Geräte mit dem Logo der Digital Living Network Alliance (DLNA-Zertifikat) sollten sich immer mit anderen UPnP-AV-Komponenten verstehen. UPnP AV unterscheidet zwischen drei verschiedenen Komponenten: Datenquellen (Server), Geräte mit Abspielfunktion (Renderer) und Controlpoints, die bestimmen, welche Inhalte vom gewählten Server zu einem Renderer im Netz geschickt werden. Die Funktionen lassen sich auch in einem Mobilgerät vereinen.

Beim N86 8MP bündelt Nokia Server- und Controlpoint-Funktion. So kann man Freigaben auf dem Handy definieren, um Musik, Fotos oder Filme im lokalen Netz bereitzustellen. Die Videofreigaben sind dabei auf MP4-Dateien beschränkt. Die Controlpoint-Funktion eröffnet weitere Möglichkeiten: So lässt sich mit dem N86 als Fernbedienung Musik von einem NAS-Laufwerk oder PC auf einem Streaming-Client wiedergeben. Die nötigen Tools finden sich – etwas versteckt – unter „Programme“, „Eig.Geräte“. Als Besonderheit erlaubt das N86 das Herunterladen von Mediendateien von einem UPnP-AV-Server – so kann man die Mediensammlung auf dem Handy bequem vom Sofa aus auffüllen. Das N86 als Renderer einzusetzen, um Mediendateien abzuspielen, funktioniert aber nicht. Bei Nokias Flaggschiff N97 sucht man – unverständlicherweise – vergeblich nach UPnP-AV-Funktionen.

Samsungs <strong>I8910 HD</strong> bietet sogar eine grafisch hübsch aufbereitete Übersicht über Server und Renderer im Netz. Auch ihm fehlt die Abspielfunktion als Streaming-Client, nicht einmal die Steuerung klappte richtig: Auch das Definieren eines Standard-Abspielgerätes misslang. Zurzeit ist das Handy zum Streamen nicht zu gebrauchen.

Das W995 von Sony Ericsson versteht sich immerhin auf das Durchleiten der auf ihm gespeicherten Musik und Fotos. UPnP-AV-Renderer im Netz zeigt es in einer Auswahlliste an. Während das Nokia N86 Fotos und Musik erst nach einer Neuindizierung des Servers per UPnP-AV anbietet, geschieht das Aktualisieren beim W995 on the fly. Wer zu Hause mit seinem Handy Fotos schießt, kann sie sofort über UPnP-AV-Geräte im Netz abspielen.

Die Windows-Mobile-Geräte von Toshiba und HTC bieten von Haus aus keine UPnP-AV-Unterstützung. UPnP-AV-Fähigkeiten erhält man über den kostenpflichtigen Pocket Player von Conduit. Er verwandelt die Smartphones Touch Diamond 2 und TG01 in Streaming-Clients, die Musik von einem UPnP-AV-Server im Netz abspielen. Freigaben lassen sich nicht definieren. Nach der Installation der 30-Tage-Testversion des Pocket Players muss man das UPnP-Plug-in aus dem Download-Bereich der Conduits-Homepage nachinstallieren. Hierzu genügt es, die DLL im Programmverzeichnis abzulegen.

Wer dem iPhone UPnP-AV beibringen will, schaut sich im AppStore um: Eines der stärksten UPnP-AV-Programme dürfte derzeit der PlugPlayer für vier Euro sein. Er macht das iPhone zum kombinierten Client/Controlpoint und erlaubt die Kontrolle von Servern und Renderern im Netz. Bei LGs Viewty Smart muss man auf UPnP-AV verzichten. (sha)

Zu diesem Beitrag gehören eventuell weitere Tabellen und Labormessungen, die Sie im kostenlos verfügbaren PDF des Original-Artikels aus c't finden. (ll)