Kino im Handy
Seite 7: Nokia N86 8MP
Nokias kompaktes, aber schweres Foto-Smartphone besitzt keinen Touchscreen, sondern ein farb- und kontraststarkes OLED-Display, das man in der Sonne aber kaum noch ablesen kann. Bedient wird das N86 8MP über eine nach unten ausschiebbare Wähltastatur mit kleinen, deutlich abgesetzten Tasten und guten Druckpunkten. Schiebt man den Tastaturteil ganz nach oben, erscheint eine schmalere Tastenreihe für die Player-Steuerung. Der microSD-Slot liegt unter der Akkuabdeckung; zum Kartenwechsel braucht man das N86 nicht abzuschalten.
Das Symbian-Smartphone mit der Bedienoberfläche S60 3rd Edition stellt umfangreiche Organizer-Funktionen bereit, Aufgaben lassen sich jedoch nur termingebunden anlegen. Zur Software-Ausstattung gehören der Dokumenten-Viewer Quickoffice, ein PDF-Programm sowie zahlreiche Clients für Webdienste wie Facebook und YouTube. Nokias WebKit-Browser ist brauchbar zum gelegentlichen Surfen, aber nicht so komfortabel zu bedienen wie die der Touchscreen-Geräte.
Als Navigationssoftware ist das aktuelle Nokia Maps 3.0 mit Fußgänger-Karten installiert – die Navigation mit Sprachausgabe muss man kostenpflichtig aktivieren –, Positionsdaten liefert ein empfindlicher GPS-Empfänger. Wie beim iPhone dreht ein Kompass auf Wunsch die Kartenansicht.
Nokias erstes Modell mit 8-Megapixel-Kamera bietet einen Schutzschieber fürs Objektiv, einen für Foto-Handys schnellen, bedingt schnappschusstauglichen Autofokus (rund 1 s) und einen mechanischen Verschluss. Mit der zweistufigen Auslösetaste lässt sich exakt arbeiten. Die Fotos sind zwar scharf und überstrahlen nur wenig, doch stören heftiges Rauschen und deutliche Artefakte an Kanten. Im Kunstlicht produziert die Automatik einen Braunstich, bessere Ergebnisse erhält man mit der Weißabgleich-Vorgabe Warmlicht oder Neonlicht. Die Bilder mit Fotolicht sind zwar deutlicher als die des Viewty Smart, doch taugen auch sie nicht viel. Gut belichtete Bilder eignen sich für Abzüge. Im Videomodus nimmt das N86 flüssige, scharfe VGA-Clips auf, die aber deutliche Kantenartefakte und Moirés an feinen Strukturen zeigen, was bei Bewegungen schnell nervt.
Musik gibt das Smartphone außer über das gut klingende Kabel-Headset oder einen Bluetooth-Kopfhörer wahlweise auch per UKW-Sender über das Autoradio wieder. Dabei überraschte uns der ausgewogene Klang und der starke Sender: Im Stau könnten die Fahrer in den Nachbarautos mithören. Der gute Player hat eine Coveranzeige, einen 8-Band-Equalizer mit Presets und Megabass. Der Realplayer kennt auch Flash, spielt aber nur für Mobilgeräte geeignete Auflösungen ab.