Kino im Handy
Seite 6: LG GC900 Viewty Smart
Trotz seinem für ein Touchscreen-Handy recht kleinen 3-Zoll-Display bietet das handliche GC900 Viewty Smart eine hohe Auflösung. Die kontraststarke Anzeige bleibt – abgesehen von einigen störenden Spiegelungen – in der Sonne einigermaßen lesbar. Die microSD-Karte lässt sich bequem über den seitlichen Slot wechseln.
Wie das Schwestermodell Arena hat das Viewty Smart ein proprietäres Betriebssystem mit der schicken S-Class-UI-Oberfläche, die auf Fingergesten meist flüssig reagiert. Praktisch ist das nach Themen geordnete Hauptmenü mit den zeilenweise verschiebbaren Icons. Die Albumansicht braucht Zeit zum Starten. Die Organizer-Funktionen sind brauchbar, aber nicht so flexibel wie die der Smartphones. So nehmen beispielsweise die Eingabefelder des Telefonbuchs nur eine begrenzte Zeichenanzahl auf.
Beim Surfen nervt der mäßige Obigo-Browser, automatisches Zoomen per Doppeltipp – Fehlanzeige. Der Acid3-Test startet gar nicht erst, da er das JavaScript des Browsers nicht erkennt. Besser gefällt der übersichtliche E-Mail-Client. Anhänge mit – einfachen – Office-Dokumenten zeigt der Picsel-Viewer an, Word-Dateien mit Bildern verweigert er. Der GPS-Empfänger ist nur mäßig empfindlich, Kartenmaterial liefert Google Maps.
Der 8-Megapixel-Kamera fehlt ein Linsenschutz, das Objektiv liegt im Griffbereich der Finger. Das Viewty Smart braucht bis zu zwei Sekunden zum Scharfstellen – sehr langsam. Gefallen hat uns die exakte zweistufige Auslösetaste.
Die Bilder sind stark nachgeschärft und entrauscht, was zu hohem Detailverlust führt. Trotzdem stören starkes Rauschen und Unschärfe, hinzu kommt ein sehr geringer Kontrastumfang (helle Flächen überstrahlen). Die manuelle ISO-Vorwahl bis 1600 ISO zeigt keine Auswirkung. Der Weißabgleich bei Kunstlicht funktioniert gut. Das Fotolicht ist unbrauchbar: Damit liefert das Viewty Smart unscharfe, verrauschte Fotos auf VGA-Kamera-Niveau. Abzüge will man von den Ergebnissen nicht machen. Flüssige, aber etwas unscharfe Videos produziert das Viewty Smart in hoher Auflösung (720 × 480), die wenig Details zeigen. Zeitlupe- und Zeitraffer-Aufnahmen bietet sonst keiner der Konkurrenten, doch gibt es sie nur in QVGA-Auflösung.
Der Musikplayer lässt sich gut bedienen. Das Headset klingt etwas bassarm, zum Klangregeln stellt der Player drei Presets bereit. Video spielt das Viewty Smart nur in Standardformaten ab und hat zudem Probleme beim Skalieren auf die hohe Auflösung des Touchscreens: Je nach Video zeigt es sie entweder nicht bildschirmfüllend oder zum Teil verzerrt an.