Kino im Handy

Seite 9: Samsung I8910 HD

Inhaltsverzeichnis

Samsungs großes und schweres Video-Smartphone I8910 HD braucht viel Platz in der Jackentasche. Es beeindruckt mit seinem exzellenten 3,7-Zoll-Display mit Aktiv-Matrix-OLED-Technik, das in puncto Kontrast und Farbdarstellung selbst das Display des iPhones aussticht, in der Sonne aber kaum noch lesbar ist. Der kapazitive Touchscreen nimmt nur Eingaben mit dem Finger an, dabei reicht die sanfteste Berührung. Die wenigen Tasten sind bediengünstig unter dem Display und an den Rändern platziert – hier findet man auch den gut zugänglichen microSD-Slot.

Wie beim Nokia N97 kommt auch im I8910 Symbian OS mit der Oberfläche S60 5th Edition zum Einsatz, allerdings hat es Samsung mit farbenfrohen Icons und eigenen Widgets ausgestattet. Der Organizer entspricht – abgesehen von der fehlenden Sprachsteuerung – weitgehend dem des N97. Samsung stellt dem empfindlichen GPS-Empfänger die mäßige Navigationssoftware Route 66 zur Seite; die Karten für Deutschland, Österreich und Schweiz sind frei, müssen aber via Internet installiert werden. Browser und Mail-Client gleichen denen des N97.

Die 8-Megapixel-Kamera stellt innerhalb von 1,5 Sekunden scharf und taugt damit kaum für Schnappschüsse. Die Fotos überzeugen wegen sehr starkem Rauschen und zahlreichen Artefakten nicht. Anders als beim LG Viewty Smart zeigt eine manuelle ISO-Wahl Wirkung: Ab ISO 400 kommt es zunehmend zu extremem Rauschen und Detailverlusten. Im Kunstlicht stellt man den Weißabgleich besser auf „Weisslicht“, um einen Braunstich zu vermeiden. Der LED-Blitz ist kaum brauchbar. Gut belichtete Aufnahmen eignen sich für kleinformatige Abzüge.

Im Video-Betrieb zeigt das I8910 seine HD-Fähigkeiten: Es nimmt Clips mit 1280 × 720 Pixeln auf, die eine bessere Detaildarstellung als alle anderen Testgeräte aufweisen, aber nur mäßig scharf sind. Zudem stört Geruckel bei Schwenks und schnellen Bewegungen. Als Videoplayer gibt das Smartphone sogar DivX-Filme bis 720p und Flash-Clips wieder und skaliert bei höheren Auflösungen automatisch herunter. Fürs TV gedachte Videos braucht man meist nicht zu konvertieren. Mangels passendem AV-Kabel für HDMI lassen sich Filme nicht in HD-Qualität auf dem Fernseher wiedergeben.