Warum Chevy nicht mehr Chevy heißen darf

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Von
  • Gernot Goppelt

Heißt es nun Chevy oder Chevrolet? In den USA ist eine heftige Diskussion darüber ausgebrochen. Ausgangspunkt war eine Dienstanweisung von General Motors, die die amerikanischen Autofans auf die Palme brachte. In einem Rundschreiben an die Mitarbeiter rief das Management dazu auf, nur noch die offizielle Bezeichnung Chevrolet zu verwenden. Chevy sei außerhalb des Heimatmarkts kaum geläufig, was immer wieder zu Verwirrung führe, hieß es zur Begründung.

Nach Bekanntwerden des Namensverbots kochten in Internet-Foren und den Medien die Emotionen hoch. "Das ist das Dümmste, was ich seit langem gehört habe", ereiferte sich ein Chevy-Fan. Der Kommentator des landesweiten Fernsehsenders CNBC sprach von einer "amerikanischen Kultmarke", mit der man nicht derart umspringen könne. "Chevy wird nicht verschwinden", sagte er. Das Management, offensichtlich überrascht von einer derart heftigen Reaktion, mühte sich am Donnerstag um Schadensbegrenzung. Die interne Mitteilung sei "schlecht formuliert" gewesen, entschuldigte sich die Konzernspitze. "Wir lieben Chevy." In einer globalisierten Welt sei aber eine eindeutige Marke unablässig. In keinster Weise sollten jedoch Kunden oder Fans davon abgehalten werden, weiterhin den Spitznamen zu benutzen.

Für besondere Empörung hatte gesorgt, dass GM seine Belegschaft dazu aufgefordert hatte, sogar im Umgang mit Familie und Freunden auf den Spitznamen Chevy zu verzichten. Chevrolet-Vertriebschef Alan Batey, der die Anweisung unterzeichnet hatte, ruderte auf dem Videoportal Youtube zurück. Ein PR-Mann fragt ihn vor laufender Kamera: "Dürfen wir als GM-Mitarbeiter Chevy benutzen?" Batey antwortet: "Sicherlich dürfen wir." Wenn Menschen den Namen Chevy nutzten, zeige das, wie eng sie mit der Marke verbunden seien, sagte Batey. "Wie Freunde." Der Manager erinnerte allerdings daran, dass auf jedem Auto und bei jedem Händler nur das offizielle Chevrolet stehe. "Chevy ist ein Spitzname."

Chevrolet ist die mit Abstand wichtigste Marke im GM-Konzern und in mehr als 130 Ländern präsent. "Für jeden Wagen, den wir in den USA verkaufen, verkaufen wir zwei in Übersee", sagte Batey und warb um Verständnis für die Bemühungen, eine einheitliche Bezeichnung zu nutzen. Rund 3,5 Millionen Autos mit dem goldfarbenen Logo rollen jährlich vom Band. GM verkauft dabei unter dem Namen je nach Land höchst unterschiedliche Fahrzeuge: In Deutschland firmieren die Autos der südkoreanischen Tochter Daewoo seit 2005 unter Chevrolet. (Daniel Schnettler, dpa) (ggo)