Neuzulassungen in Mai 2010
In einem schwachen Mai konnte bei den Neuzulassungen nur die obere Mittelklasse ein wenig zulegen. Das hat das Segment vor allem der Mercedes E-Klasse zu verdanken, die sich wieder gut verkauft
- Gernot Goppelt
Hannover, 15. Juni 2010 – Mercedes-Benz hat wieder Freude am Autoverkaufen. Vor allem in Asien läuft das Geschäft gut, im Mai verkaufte der Autobauer dort 14 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vergleichsmonat 2009. Selbst im schwachen deutschen Markt konnte die Marke gegen den allgemeinen Trend um 6,0 Prozent zulegen, wogegen die Schwestermarke Smart kräftig einbrach, national wie international. Betrachtet man die ersten fünf Monate, steht Mercedes mit einem Minus von 4 Prozent ebenfalls recht gut da, nur Jaguar, Land Rover und Nissan/Infiniti konnten in diesem Zeitraum überhaupt ein Wachstum verzeichnen.
Mercedes gewinnt
Der Rückgang im Mai betrug gegenüber 2009 35,1 Prozent, entscheidend dafür ist nach wie vor das weggefallene Zusatzgeschäft durch die Abwrackprämien. Die positiven Seiten muss man in diesem Monat den kleinen Verlusten abgewinnen – typische Dienstwagenmarken wie Audi (-8,5 %), BMW (-14,9 %) und eben Mercedes stehen vergleichsweise gut da. Die Marken Alfa Romeo, Chevrolet, Fiat, Kia, Lada, Lancia, Mitsubishi, Opel, Renault/Dacia, Seat, Suzuki und Toyota/Lexus schlagen sich mit Rückgängen um 50 Prozent und mehr herum. Selbst VW liegt mit -34,1 % deutlich unter den letztjährigen Ergebnissen.
Neuzulassungen in Mai 2010 (13 Bilder)

Die E-Klasse von Mercedes-Benz sorgte im Mai fĂĽr einen Aufschwung der oberen Mittelklasse. (Bild: Daimler)
Nach dem Trend ist vor dem Trend
Wie in den letzten Monaten hat sich das Geschäft im Vergleich zum Vorjahr umgekehrt: Kleine Autos werden deutlich weniger verkauft, eine Erholung ist fast nur in der oberen Mittelklasse zu sehen. Es wird interessant zu beobachten, ob dieser Trend in den nächsten Monaten anhält. Nach BPs Bohrloch-Desaster gibt es bereits wieder Prognosen, die von steigenden Benzinpreisen ausgehen. Zuletzt reagierte der Markt 2008 auf hohe Spritpreise, mit einem Trend zu kleineren und sparsameren Autos, das würde sich wohl wiederholen, nachdem vor allem die Amerikaner zuletzt ihre Liebe zu großen und schweren Autos wiederentdeckt hatten. (ggo)