Elektromobilität: ADAC fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Der ADAC sieht gute Chancen für die Entwicklung des E-Automarktes, wenn sich Interessenten auf die Rahmenbedingungen verlassen können.

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BMW iX1

(Bild: Franz)

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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 380.000 Elektroautos erstmals zugelassen. Das waren etwa 137.000 weniger als 2023. Ein wesentlicher Grund für den Absturz ist die schrittweise Reduzierung der Kaufunterstützung für Elektroautos. Im September 2023 entfiel sie für gewerbliche Zulassungen, im Dezember 2023 dann plötzlich auch für private Neuwagenkäufer. Der ADAC fordert nun von der Politik, künftig verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Der Club ruft Gesetzgeber, Ladestromanbieter und Hersteller dazu auf, gemeinsam daran zu arbeiten, die Attraktivität der Elektromobilität zu steigern. Entscheidend dafür seien transparente, bezahlbare Strompreise und günstige Elektroautos. Immerhin, argumentiert der ADAC, seien eine Reihe von Elektroautos für rund 25.000 Euro absehbar. Dazu zählen unter anderem der Renault R5 und der VW ID.2. Die Auswahl an interessanten Modellen bis 30.000 Euro hat zuletzt zugenommen.

Für die Hersteller wird 2025 ein entscheidendes Jahr. Sie müssen mehr Neuwagen-Käufer als bisher von Elektroautos überzeugen. Hintergrund ist der Flottengrenzwert, der 2025 erheblich verschärft wurde. Liegt ein Hersteller über seinem individuellen CO₂-Grenzwert, wird ein Bußgeld für jedes im Bezugsjahr in der EU erstmals zugelassene Auto seiner Flotte – unabhängig davon, ob das jeweilige Modell den Grenzwert erreicht oder nicht.

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Ein Hindernis auf dem Weg zu mehr Elektroautos ist aus Sicht des ADAC die Ladeinfrastruktur. Zwar steigt die Zahl der öffentlichen Ladepunkte steil an, doch regional gibt es noch immer große Unterschiede in der Abdeckung. Die Autohersteller könnten ihren Teil zu einer besseren Auslastung von Ladepunkten beitragen, indem mehr E-Autos mit den 22 kW, die an vielen AC-Ladepunkten verfügbar sind, auch laden können. Denn dann wären Ladepunkte unter Umständen sehr viel schneller wieder frei.

Arbeiten müssen Politik und Stromanbieter an bezahlbaren und transparenten Ladekosten, fordert der ADAC. Die aktuelle Situation erfordert in der Tat ein aktives Mitdenken, will der E-Autofahrer extrem hohe Kosten vermeiden. Denn gerade für Menschen, die auf die öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen sind, macht es in den variablen Kosten naheliegenderweise einen erheblichen Unterschied, ob sie 39 oder 89 Cent für eine Kilowattstunde bezahlen. Es wird eine Aufgabe der nächsten Bundesregierung sein, einerseits den Ladesäulen-Betreibern nicht die Rentabilität so weit zu beschneiden, dass der Ausbau in Stocken gerät, andererseits für die Nutzer eine transparente Kostenübersicht samt attraktiven Ladepreisen zu schaffen.

(mfz)