Dienstag: Beitragsnachlass gegen Daten, El Salvador streicht Bitcoin als Währung

Gesundheitsdaten begehrt + Bitcoin nicht mehr Währung El Salvadors + X klagt wegen Werbeboykott + Nvidia-Hardware bei DeepSeek + Porno-App auf dem iPhone

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Arzt an einem Bildschirm, dazu Text: DIENSTAG Krankenkassenbeiträge, Bitcoin, Werbeboykott,  DeepSeek-V3 & Porno-App

(Bild: SOMKID THONGDEE / Shutterstock.com / heise online)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Andreas Knobloch

Die "E-Patientenakte für alle" sorgt für Begehrlichkeiten. Ginge es nach CDU-Chef Friedrich Merz, kostete Privatsphäre die Patienten bald extra. Wer seine Daten schützen möchte, müsste tiefer in die Tasche greifen. El Salvador hat auf Druck des IWF die Pflicht für Händler, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren, wieder abgeschafft. Der Internationale Währungsfonds hatte dies zur Bedingung für einen Milliardenkredit gemacht. Und der Kurznachrichtendienst X von Elon Musk verklagt mehrere Firmen, die auf der Plattform keine Werbung mehr schalten wollen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Die Einführung der elektronischen Patientenakte in Deutschland ist von Anfang an von Bedenken um Datensicherheit begleitet. Bereits in der Vergangenheit sprachen Experten davon, dass Versicherte ihre Daten an die Krankenkassen verkaufen können. Gesundheitsdaten sind besonders wertvoll. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach in Bezug auf die elektronische Patientenakte und das Forschungsdatenzentrum Gesundheit wiederholt von einem ungehobenen und wachsenden Datenschatz. In einer Wahlkampfrede sprach sich CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) nun für finanziellen Vorteile für diejenigen aus, die ihre Gesundheitsdaten spenden. Kritik an den Überlegungen folgte auf den Fuß. Merz: Wer Daten bereitstellt, zahlt 10 Prozent weniger Krankenkassenbeiträge

Mit viel Getöse und von der Weltöffentlichkeit mit Interesse verfolgt, führte El Salvador im September 2021 als erstes Land der Welt Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel ein. Die Regierung versprach sich davon besseren Zugang zu Zahlungssystemen für Arme, leichtere Geldüberweisungen von Salvadorianern im Ausland und mehr ausländische Investitionen. Ende Januar 2022 forderte der Internationale Währungsfonds (IWF) die Regierung El Salvadors zur Aufgabe des Bitcoins auf. Die Verwendung der Kryptowährung sei mit zu vielen Risiken für die Finanzstabilität verbunden. Der IWF machte dies zur Bedingung für einen Kredit in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar (1,35 Milliarden Euro) – und hat sich jetzt auf ganzer Linie durchgesetzt. El Salvador schafft Bitcoin als Währung wieder ab

Im vergangenen Sommer hat Elon Musks Soziales Netzwerk X Klage gegen den Werbebranchenverband World Federation of Advertisers, sowie die Konzerne Mars, CVS Health, Ørsted und Twitch eingereicht. X wirft den Beklagten vor, nach der Übernahme Twitters durch Musk einen Werbeboykott gegen das Unternehmen organisiert zu haben, mit dem die Einhaltung der Global Alliance for Responsible Media (GARM)-Richtlinien erzwungen werden sollte. Weil X die vereinbarten Richtlinien nicht eingehalten habe, hätten im November 2022 mehrere Werbeagenturen ihrer Kundschaft geraten, bis auf Weiteres keine bezahlte Werbung auf Twitter zu schalten. Nun hat X die Klage gegen Firmen, die keine Werbung schalten wollen, erweitert; die Firma wirft jetzt noch mehr Konzernen geschäftsschädigenden und illegalen Boykott vor. Werbeboykott zeigt Wirkung: X klagt nun auch gegen Lego, Pinterest und Nestlé

Nachdem das chinesische KI-Start-up DeepSeek die Techwelt in Aufregung versetzt hat, ist hauptsächlich über die im Vergleich geringeren Entwicklungskosten geredet worden. Der KI-Chatbot des Unternehmens soll mit den Fähigkeiten großer Sprachmodelle wie ChatGPT oder Gemini mithalten, aber nur einen Bruchteil gekostet haben. Die kolportierten Kosten von knapp 5,6 Millionen US-Dollar für DeepSeek-V3 stellen aber wohl nur einen kleinen Teil der Gesamtrechnung dar. Vermutlich war die Entwicklung von DeepSeek-V3 viel teurer als suggeriert, heißt es. Das Unternehmen soll Zugriff auf Zehntausende GPU-Beschleuniger zur Entwicklung der eigenen KI-Modelle gehabt haben. Einige fallen unter die US-Exportverbote. DeepSeek soll V3 mit viel stärkerer Nvidia-Hardware entwickelt haben

Wer Porno-Apps möchte, soll zu Android wechseln, polterte Apple-Mitbegründer Steve Jobs einst. Das neue EU-Gesetz über digitale Märkte schreibt als Gatekeeper eingestuften Konzernen wie Apple jedoch vor, alternative App-Läden auf ihren Plattformen anzubieten. Es ist daher seit Kurzem zum ersten Mal offiziell möglich, Apps aus anderen Quellen auf das iPhone zu laden als nur aus Apples App Store. Die Regulierung öffnet nun auch Porno-Apps den Weg auf das iPhone. Jetzt hat Apple eine erste Porno-App für den Vertrieb auf iPhones in der EU freigegeben. Nicht jugendfrei: Apple lässt erste Porno-App auf iPhones in der EU

Auch noch wichtig:

  • Käufer der Premium-Editionen von "Civ 7" bekommen ab dem 6. Februar Zugang, nun gibt es erste Reviews – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. "Civilization 7" spaltet die Geister

(akn)