Bei taiwanischen Chip-Auftragsfertigern sinkt die Auslastung

Nach Intel und dem Branchenverband SIA dämpfen nun auch die taiwanischen Chiphersteller TSMC und UMC die Erwartungen.

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Nach Intel und dem Branchenverband SIA dämpfen nun auch die taiwanischen Chiphersteller TSMC und UMC die Erwartungen. Nach Meinung von Branchenkennern wird die Auslastung bei den beiden Branchen-Giganten von zurzeit 95 Prozent der Fertigungskapazität auf etwa 90 Prozent sinken.

Ein Analyst von iSuppli macht für den Auftragsrückgang vor allem die schwache Nachfrage nach Unterhaltungselektronik wie Spielkonsolen und Digitalkameras verantwortlich, andere Insider auch eine Schwäche der japanischen Wirtschaft. Intel konstatierte mangelnde Nachfrage nach Chips für Telekommunikationsprodukte, die SIA wiederum hofft auf die US-Wirtschaft.

Im ersten Quartal 2003 hatte TSMC ein sehr gutes Ergebnis erzielt und war mit der Fertigung kaum hinterher gekommen.

Die sinkende Auslastung der Großfirmen TSMC und UMC könnte aber auch auf rasant steigende Produktionskapazitäten und die wachsende Konkurrenz der chinesischen SMIC zurückgehen: Dort feiert man gerade ein Umsatzwachstum von fast 260 Prozent vom ersten Halbjahr 2003 zum ersten Halbjahr 2004, aus umgerechnet knapp 408 Millionen US-Dollar Umsatz erwirtschaftete SMIC einen Gewinn von 61,6 Millionen US-Dollar.

Auf einer Pressekonferenz gab SMIC-Chef Richard Chang auch bekannt, dass man einen 90-Nanometer-Prozess entwickele und mittlerweile eine Reihe von Fertigungstechniken zwischen 0,35 und 0,13 µm anbieten könne. Zurzeit betrage die Fertigungskapazität der drei Fabs in Shanghai 90.000 Waferstarts pro Monat, insgesamt wolle man mit der seit Juli im Pilotbetrieb laufenden 300-mm-Fab bei Peking Ende 2004 125.000 Wafer erreichen. Mit Toppan Printing habe man ein Jointventure für Fotomasken gestartet.

Wohl mit Blick auf den Streit mit TSMC lud Chang die taiwanischen Chipfirmen zu freundlicher und fairer Konkurrenz in China ein. Er erwähnte explizit TSMC: Er "hoffe darauf, dass die taiwanische Regierung die Eröffnung einer 0,18-Mikrometer-Fertigung durch TSMC in China nicht weiter blockiere". (ciw)