Mit dem Lexus LFA auf der Rennstrecke
Auf Rennstrecken wie Goodwood in England wird Fahrwerk, Motor und Fahrer einiges abverlangt. Genau dort haben wir den neuen Supersportwagen Lexus LFA mit 560 PS gefordert
- Gregor Hebermehl
Goodwood (England), 12. Juli 2010 – Manche Autos entfalten ihr wahres Potential erst auf einer anspruchsvollen Rennstrecke wie der in Goodwood. Anspruchsvolle Kurven, die zumachen, eine Schikane und dazu reichlich Höhenunterschiede: Hier wird Fahrwerk, Motor und Fahrer einiges abverlangt. Auf solchen Strecken sollte ein Rennwagen wie der Lexus LFA mit 560 PS zur Höchstform auflaufen.
Mit Gurney Flap
Dass der LFA zur Lexus-Familie gehört, ist am ehesten an seinem L-Logo an der Front zu sehen. Ansonsten hat der Renner alles, was ein Supersportler so an Optik braucht: Er liegt mit einer Bodenfreiheit von nur 11,5 cm ziemlich tief, hat einen voll verkleideten Unterboden, riesige Lufteinlässe an der Front und einen gewaltigen Kühlergrill am Heck. Die Außenspiegel sind an ihrer Innenseite so geformt, dass sie Luft zu den Öffnungen oberhalb der Hinterachse leiten. Der Spoiler am Heck fährt bei 80 km/h automatisch aus und bei 40 km/h wieder ein – er lässt sich aber auch auf Knopfdruck ausfahren. So etwas wie ein zweiter Spoiler schließt die Lücke, die der Haupt-Spoiler im Heck hinterlässt. Dank einer am Ende des Spoilers sitzenden Gurney Flap, also einer nach ihrem Erfinder Dan Gurney benannten Abrisskante, erhöht sich der Anpressdruck an der Hinterachse, ohne den Luftwiderstand wesentlich zu erhöhen. Porsche setzt Gurney Flaps beispielsweise bei den GT3-Modellen ein.
Mit dem Lexus LFA auf der Rennstrecke (30 Bilder)

Der Lexus LFA soll das sportliche Aushängeschild der Marke werden.
Leichtbau auch bei der Musikanlage
Innen fällt beim Anschnallen als Erstes der dicke, weiche Anschnallgurt auf. In seinem Inneren verbirgt sich ein Airbag. Der LFA ist eines der ersten Fahrzeuge weltweit, das mit diesem Sicherheits-Feature ausgestattet ist. Ford hat den Einsatz solcher Airbags für die Rücksitze des hierzulande nicht vertriebenen SUVs Explorer im Laufe des Jahres 2010 angekündigt. Für den auf 500 Fahrzeuge limitierten Wagen wurde jedes Bauteil neu entwickelt. Nur der Navi-Bildschirm und der Navi-Bedienknopf sind bereits von anderen Lexus-Modellen bekannt. Selbst die Reifen werden von Bridgestone extra für den LFA produziert. Die Musikanlage kommt zwar, wie bei Lexus üblich, von Mark Levinson, ist aber mit leichteren Lautsprechern versehen. Das Thema Leichtbau stand bei der Entwicklung des LFA ohnehin weit oben – ohne die Ambitionen der Japaner, extremen Leichtbau großindustriell zu praktizieren, gäbe es den Wagen gar nicht.