Elektromobilität: Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt voran
Innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl der Ladepunkte in Deutschland um fast 25.000. Die Anbieter setzen zunehmend auf Gleichstrom.
(Bild: heise Autos / mfz)
Die Bundesnetzagentur hat neue Zahlen zur Ladeinfrastruktur für Elektroautos vorgestellt. Am 1. Mai 2025 gab es deutschlandweit öffentlich demnach 128.198 Wechsel- (AC) und 38.669 Gleichstrom-Ladepunkte (DC). Innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl der öffentlichen Ladepunkte um knapp 25.000. Die gesamte Anschlussleistung liegt inzwischen bei 6,45 GW aller Ladeeinrichtungen. Beim Ausbau zeichnet sich eine langsame Verschiebung von Wechsel- auf Gleichstrom ab.
Unterschiede beim Ausbau
In der Vergangenheit wurden deutlich mehr AC- als DC-Ladepunkte ans Netz angeschlossen. Das hatte ökonomische Gründe, denn für einen AC-Ladepunkt mit bis zu 22 kW reicht in der Regel ein Anschluss an das Niederspannungsnetz – und das ist vergleichsweise dicht geknüpft. Für DC-Ladesäulen muss der Betreiber an das Mittelspannungsnetz, was je nach Standort erhebliche Kosten nach sich ziehen kann. Allerdings besteht dann die Möglichkeit, pro Ladepunkt mehr Strom zu verkaufen, sofern die Auslastung gegeben ist. Zur Veranschaulichung: Der Verkauf von 40 kWh über Wechselstrom belegt einen Ladepunkt mit einem aktuellen E-Auto mindestens zwei Stunden, an Gleichstrom reichen unter Umständen weniger als 15 Minuten.
Es gibt also GrĂĽnde dafĂĽr, warum einerseits noch immer mehr AC-Ladepunkte neu ans Netz gehen, der Unterschied aber nicht mehr so dramatisch ist wie in den vergangenen Jahren. Konkret stieg die Zahl der AC-Ladepunkte innerhalb eines Jahres von 113.375 um 13 Prozent auf 128.198. Bei den DC-Ladepunkten ging es von 28.961 um 34Â Prozent auf 38.669 hoch.
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EnBW fĂĽhrt
Die EnBW hat kürzlich bekannt gegeben, die eigenen Ausbauziele bei der Ladeinfrastruktur zu strecken. Momentan sei der Bedarf vielerorts gedeckt. Die Aussage hat eine besondere Brisanz, denn sie kommt vom Marktführer. Mit 9309 Ladepunkten hat die EnBW in Deutschland mehr als doppelt so viele Lademöglichkeiten zu bieten wie der Zweitplatzierte E.ON, der auf 4511 öffentliche Ladepunkte kommt. Auf Platz drei liegt Tesla (3246), es folgen EWE Go (2763) und Mercedes-Benz (2711).
(mfz)