TU München will Elektroauto Mute entwickeln
Im Rahmen des Projekts Mute entwickelt die TU München ein kleines Elektroauto für die Stadt. Der Kleinstwagen soll nur 400 Kilo wiegen und 120 km/h schaffen. Leichtbauweise soll die Reichweite verbessern
- sle
Garching bei München, 16. Juli 2010 – Derzeit werden allein in Peking 2100 Fahrzeuge jeden Tag neu zugelassen. Dabei läuft die weltweite Ölförderung schon jetzt auf Höchsttouren und lässt sich nach Ansicht von Experten wohl auch nicht so ohne weiteres erhöhen. Das sich der rasant entwickelnde asiatische Markt nicht allein mit Öl mobilisieren lässt, ist unumstritten. Neue Konzepte müssen her, die die Abhängigkeit von Öl zumindest reduzieren. Eine Alternative könnten Elektroautos sein, sofern es gelingt, den Strom regenerativ zu erzeugen. Chancen und Probleme von Elektroautos erforschen derzeit 20 Lehrstühle des Wissenschaftszentrums Elektromobilität (WZE) der Technischen Universität München. Sie haben sich zusammengeschlossen, um das Projekt „Mute“, eine Elektroautostudie, voranzubringen.
Zulassung nach L7E
Die Forscher setzen auf eine Minimierung des Fahrzeuggewichts, einen geringen Rollwiderstand und eine gute Aerodynamik – so sollen Akku, Elektromotor und Leistungselektronik bezahlbar bleiben. Das Mute-Team arbeitet an einem Kleinfahrzeug der Zulassungsklasse L7E. Das maximale Leergewicht beträgt hier 400 Kilo, die Antriebsleistung darf 15 kW oder 20 PS nicht übersteigen. Das Elektrofahrzeug ist mit 3,35 Meter Länge etwas kleiner als ein Toyota Aygo. Auch der Radstand von 2,10 Meter ist etwas geringer. Als Energiespeicher wird ein Lithium-Ionen-Akku eingesetzt. Um die Reichweite zu erhöhen, könnte zusätzlich eine Zink-Luft-Batterie verwendet werden. Dieser wenig bekannte Typ wird wegen seiner hohen Energiedichte für die Energieversorgung von Hörgeräten benutzt. In der Regel werden Zink-Luft-Zellen für Einwegbatterien verwendet, aber auch eine Wiederaufladung ist möglich.
TU München will Elektroauto Mute entwickeln (14 Bilder)

Die TU München entwickelt ein kleines Elektromobil für die Stadt.
Spitze bei 120 km/h
Ein differentialbasierter Antrieb mit Torque-Vectoring-System soll die Fahrsicherheit verbessern. Anders als beim ESP werden dabei nicht einzelne Räder abgebremst, sondern die Drehmomente zwischen den Rädern so verteilt, dass eine stabile Straßenlage gesichert sein soll. Trotz der geringen Leistung versprechen die Entwickler eine „sportliche Beschleunigung“ und eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Lokal ist das Fahrzeug emissionsfrei. Betrieben mit dem heutigen deutschen Strommix soll das Auto 42 g/km an CO2 ausstoßen. Zum Vergleich: Das konventionell betrieben Fahrzeug mit dem geringsten CO2-Ausstoß, der Smart mit 0,8-Liter-Diesel, emittiert 86 g/km.