Vorstellung Bentley Bentayga Speed: Jenseits der Vernunft

Bentley ersetzt den W12 durch einen aufgeladenen V8. Der Bentayga Speed wird damit noch etwas schneller, bleibt aber ein SUV für eine winzige Zielgruppe.

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Bentley Bentayga Speed

(Bild: Bentley)

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Menschen mit sehr hohem Einkommen bzw. Vermögen haben im Schnitt einen höheren CO₂-Fußabdruck als jene, die finanziell nur sehr begrenzte Ressourcen haben. Dazu gibt es zahlreiche Studien, unter anderem vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und der Entwicklungsorganisation Oxfam. Treiber sind vor allem Ernährung, Wohnen und Mobilität. Insbesondere Flugreisen heben den persönlichen CO₂-Ausstoß pro Kopf drastisch. Naheliegenderweise hat auch die Wahl des Autos einen gewaltigen Einfluss. Noch nennt Bentley für den neuesten Bentayga Speed keine finalen Verbrauchswerte, doch es darf wohl davon ausgegangen werden, dass einem Interessenten der Klimawandel schon wirklich sehr egal sein muss.

Der bislang am wenigsten durstige Bentayga ist im WLTP mit 13 Litern angegeben, trotz Zylinderabschaltung im Teillastbetrieb. Der Bentayga Speed nutzt die gleiche Motorenbasis. Es handelt sich um einen aufgeladenen Vierliter-V8 mit dann 478 kW und 850 Nm. Auf jegliche Hybridisierung wurde verzichtet. Die enorme Antriebsleistung genügt, um das 5,14 m lange und rund 2,5 Tonnen schwere SUV in 3,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h zu beschleunigen. Schluss ist erst bei 310 km/h. Klar muss sein: Wer die möglichen Fahrleistungen regelmäßig auch nur zur Hälfte ausschöpft, dürfte sich der Marke von 20 Liter/100 km nähern.

Der Bentayga Speed beschleunigt dank seines aufgeladenen V8 in nur 3,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

(Bild: Bentley)

Der Motor sei nicht nur leistungsstärker als all seine Vorgänger, sondern besitze auch mehr Charakter, schreibt Bentley. Davon hat auch das direkte Umfeld etwas. Serienmäßig ist eine Sportabgasanlage, die laut Eigenwerbung ein "intensives Fahrerlebnis" garantiere. Noch etwas intensiver soll es mit der Titanium-Auspuffanlage von Akrapovic tönen, welche "die Kraft, Dramatik und Durchsetzungskraft des V8 akustisch betont", heißt es im Begleitschreiben zum Bentayga Speed. Wobei unbeteiligte Anwesende in der Regel nicht gefragt werden, wie es ihnen damit geht. Gerade Anwohner stark befahrener Straßen dürften derart üppigem Sendungsbewusstsein eher nicht dankbar lauschen.

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Nachgeschärft wurde der Sportmodus, der ein präziseres Lenkverhalten und eine bessere Straßenlage bieten soll. Dafür wurde die Fahrwerksdämpfung um 15 Prozent versteift. Eine Drehmomentverteilung wird über Bremseingriffe vorgenommen. Wer mag, kann statt der Serienanlage auch Karbon-Keramik-Bremsen ordern, die mehr Standfestigkeit bei sehr hoher Belastung mitbringen sollen. Finanziell dürfte das keinen Käufer in monetäre Bedrängnis bringen, selbst wenn die Mehrkosten im fünfstelligen Bereich liegen sollten. Offizielle Angaben dazu macht Bentley unverändert nicht. Mit erheblich mehr als 200.000 Euro in Grundausstattung darf aber gerechnet werden.

Selbstverständlich sind die grünen Streifen nicht alternativlos. Bentley bietet seiner Kundschaft eine breite Auswahl an möglichen Auskleidungen.

(Bild: Bentley )

(mfz)