Seat Exeo ST 2.0 TDI: Spanier mit Audi-Genen
Für den Exeo bietet Seat Diesel in drei Leistungsstufen an. Der Kunde hat die Wahl zwischen 170, 143 und 120 PS. Passt der schwächste der drei Selbstzünder zur Kombi-Version?
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München, 23. Juli 2010 – Der Seat Exeo basiert auf dem 2007 abgelösten Audi A4. Design und Technik wurden nur marginal verändert. Das man mit einer solchen Taktik kaum einen Bestseller am Markt platzieren kann, haben zahlreiche Experten schon bei seiner Vorstellung 2009 prophezeit. Die Spanier konnten in Deutschland zwischen Januar und Juni 2010 auch nur knapp 3000 Stück verkaufen. Eine Zahl, die Mercedes mit der deutlich teureren C-Klasse allein im Juni um mehr als das doppelte übertraf. Wir waren mit dem Spanier unterwegs, um herauszufinden, ob diese Kaufzurückhaltung gerechtfertigt ist.
Ausreichend flotter Motor
Den 2.0 TDI mit 120 PS gibt es im VW-Konzern nicht allzu oft. Außer im Exeo wird er nur noch im Audi A4 eingebaut. Der Motor mit Common-Rail-Einspritzung liefert zwischen 1750 und 2500 U/min 290 Nm Drehmoment. In diesem schmalen Drehzahlbereich zieht der Motor gut durch, darunter und darüber etwas weniger. Mit 10,9 Sekunden für den Standartsprint und 196 km/h Spitze werden die meisten leben können, für alle anderen gibt es zwei stärkere Dieselmodelle mit 143 und 170 PS. Nur sehr Empfindliche werden sich am leicht rauen Klang stören. Mit dem Motor wird eine problemlos bedienbare Sechsgang-Schaltung kombiniert. Ein Doppelkupplungsgetriebe oder eine konventionelle Automatik wird nicht angeboten. Den Spritverbrauch gibt Seat mit 5,3 l/100 km an. Im Vergleich mit der Konkurrenz ist das eher viel: Ein Skoda Octavia Combi mit 140-PS-Diesel etwa verbraucht nur 4,9 Liter. Auf der flott gefahrenen Runde benötigte der Seat 7,1 l/100 km.
Seat Exeo ST 2.0 TDI: Spanier mit Audi-Genen (17 Bilder)

Der Exeo ST ist seit 2009 auf dem Markt.
Verarbeitung auf Audi-Niveau
Auf langen, schnellen Autobahnetappen wirkt das Fahrwerk etwas unkomfortabel – da hilft auch die aufwendige Mehrlenker-Technik an beiden Achsen nichts. Das Stuckern an der Vorderachse ist aus dem alten Audi A4 noch bestens bekannt. Das Cockpit aus dem Audi A4 Cabriolet wirkt schick und ist sehr gut verarbeitet. Die Sitze bieten guten Seitenhalt und Bequemlichkeit für lange Strecken. Es fehlt aber eine Halterung für große Flaschen, wie sie gerade von Langstreckenfahrern geschätzt werden.