Toyota kappt Gewinnausblick wegen Milliardenbelastung durch US-Zölle

Auch Toyota leidet unter den US-Zöllen, dazu kommen weitere Faktoren. Dass die Gewinnaussichten dennoch eher moderat fielen, überrascht Marktbeobachter daher.

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Elektroauto Toyota bz4x

Elektroauto Toyota bz4x (Test)

(Bild: Florian Pillau)

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Der japanische Konzern Toyota ist zurzeit der größte Autohersteller und global aktiv, daher werden seine Wirtschaftsdaten mit besonderem Interesse verfolgt. Auch er leidet unter den US-Zöllen, dazu kommt die zurzeit starke Landeswährung "Yen" und gestiegenen Materialpreise. Dass der Konzern seine Gewinnaussichten in seiner heute vorgestellten Prognose zwar kräftig, jedoch "nur" um rund 1,3 Milliarden Euro, entsprechend etwa 16 Prozent für den operativen Gewinn im Gesamtjahr senkte, überrascht Marktbeobachter daher.

Toyota rechnet mit einem operativen Gewinn von 3,2 Billionen Yen, nachdem die Prognose zuvor bei 3,8 Billionen Yen gelegen hatte. Ursächlich seien vor allem Währungsdifferenzen, die US-Importabgaben sowie gestiegene Materialpreise. Die US-Zölle allein könnten demnach den Gewinn im gesamten Geschäftsjahr um 1,4 Billionen Yen, also etwa gut 8 Milliarden Euro, schmälern. Für den nordamerikanischen Markt ergibt sich damit erwartbar ein operativer Verlust.

Von April bis Juni ist der operative Gewinn im Jahresvergleich zu 2024 von 1,31 auf 1,17 Billionen Yen zurĂĽckgegangen. Dieses Ergebnis ĂĽbertraf die Erwartungen des Marktes. Eine Umfrage unter sieben Marktbeobachtern hatte einen Schnitt von 902 Milliarden Yen als erwarteten operativen Gewinn ergeben.

In diesem Quartal verkaufte Toyota 2,4 Millionen Fahrzeuge, gut sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und steigerte damit seinen Umsatz um 3,5 Prozent auf 12,3 Billionen Yen. Der Nettogewinn verkleinerte sich in diesem Zeitraum hingegen um über ein Drittel auf 841 Milliarden Yen. Toyotas Jahresziel liegt bei etwa 9,8 Millionen Autos für den Rest des Jahres. Trotz der Belastung durch die US-Zölle will der Konzern seinen Absatz in Nordamerika mit fast drei Millionen Fahrzeugen sogar noch steigern.

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Insgesamt – also auch mit den nicht im Ergebnis berechneten Beteiligungen wie in China – hält der japanische Autokonzern sogar an einem Ziel von rund 11,2 Millionen Auslieferungen an die Endkunden fest. Dicht auf den Fersen, aber offenbar mit weniger Schwung ist ihm dabei Volkswagen, wo man 2025 über alle Marken mit stagnierenden Auslieferungen rund 9 Millionen Fahrzeugen rechnet.

Eine besondere Herausforderung ist offenbar der Übergang zur Elektromobilität, bei dem sich Toyota lange auffällig zurückgehalten hatte. Seine erst spät auf den Markt gekommenen Elektroautos zeigen bis zur noch aktuellen Generation Schwächen, die andere Hersteller zum Teil bereits überwunden haben. In der kommenden Generation verspricht vieles besser zu werden – Toyota lernt offenbar schnell.

(fpi)