Autoindustrie steuert im Jahr 2010 auf Rekordgewinne zu

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Die Autoindustrie hat weltweit die Krise ĂŒberwunden und steuert auf Rekordgewinne zu. Autoexperte Stefan Bratzel geht nach der Analyse der vorliegenden GeschĂ€ftszahlen davon aus, dass die 18 grĂ¶ĂŸten Hersteller in diesem Jahr gemeinsam deutlich ĂŒber 50 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern und Zinsen einfahren. Möglicherweise könne sogar das Rekordjahr 2007 mit 53,5 Milliarden Euro ĂŒbertroffen werden, heißt es in der am 3. September im Handelsblatt veröffentlichten Studie des Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. 28 Milliarden Euro hĂ€tten die Firmen bereits in den ersten sechs Monaten eingefahren.

Im ersten Halbjahr 2010 haben demzufolge insbesondere die beiden US-Giganten Ford und General Motors ein starkes Comeback hingelegt. Sie profitierten stark von der Erholung ihres Heimatmarktes und seien sehr gut im Wachstumsmarkt China positioniert. Die Entwicklung dieser beiden MÀrkte birgt nach EinschÀtzung Bratzels jedoch auch Risiken, da sich derzeit dort eine Abflachung abzeichne.

Mit rund 3,5 Milliarden Euro Gewinn stieg Ford in der ersten JahreshĂ€lfte nach roten Zahlen im Vorjahr sogar zum Spitzenverdiener auf. Auch der vom US-Staat gerettete Konzern GM habe sich beim Gewinn auf den fĂŒnften Platz wieder vorgearbeitet und werde sich mit Toyota einen Wettstreit um die Krone des grĂ¶ĂŸten Herstellers liefern. Beide Firmen werden laut Bratzel in diesem Jahr jeweils rund 8 Millionen Fahrzeuge bauen. Auf einem sicheren dritten Platz dĂŒrfte VW mit rund 7 Millionen Autos landen, gefolgt von Ford und Hyundai. Der Absatz der 18 großen Hersteller werde voraussichtlich gegenĂŒber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 58,8 Millionen Autos steigen.

Am profitabelsten ist der Studie zufolge der koreanische Hyundai-Konzern mit einer Umsatzrendite von 8,7 Prozent. Auch die deutschen Hersteller schlagen sich hier hervorragend: So komme BMW auf 7,8 Prozent und der Daimler-Konzern auf 7,1 Prozent. Der Pkw-Bereich Mercedes Car Group allein hatte im ersten Halbjahr bereits eine Rendite von 8,5 Prozent erreicht. VW kommt demnach auf rund 5 Prozent. (dpa) (ssu)