GM und Nissan planen Akku-Recycling
Aus halbverbrauchten Elektroauto-Stromspeichern sollen Notstromaggregate und Stromnetz-Pufferbatterien werden.
Der teuerste Bestandteil moderner Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge ist nach wie vor die Batterie. Die Konzerne Nissan und GM, die beide in den nächsten Monaten mit dem Verkauf einer neuen E-Auto-Generation beginnen, wollen nun mit neuartigen Recycling-Projekten Kosten senken, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
So gab Nissan im September ein Joint Venture mit dem japanischen Industrieriesen Sumitomo bekannt, während GM sich mit dem Kraftwerks- und Stromnetzausrüster ABB zusammentun will. Beide Partnerschaften setzen darauf, gebrauchten Fahrzeugbatterien ein zweites Leben zu verschaffen – als Energiespeicher für Aufgaben, die weniger anspruchsvoll sind als ihr bisheriger Job im E-Auto.
Die Batterie eines Elektrofahrzeugs oder Plug-in-Hybriden kostet noch immer fast so viel wie ein Kleinwagen – im US-Markt sind das 10.000 bis 15.000 Dollar. Hinzu kommt, dass die Entwicklungskosten der jüngsten E-Auto-Generation nicht gerade klein waren. Deshalb glauben Beobachter wie Michael Omotoso, Marktanalyst bei J.D. Power, nicht an einen schnellen Profit für die Hersteller. "Es ist also wichtig, dass nützliche Anwendungen für Gebrauchtbatterien gefunden werden. Das könnte den Herstellern zusätzlich wertvolle Umsätze bringen."
Autohersteller erwarten, dass die meisten Fahrzeugbatterien, die der Kunde dann nach einigen Jahren ersetzen will, noch mindestens 50 bis 80 Prozent ihrer Anfangskapazität behalten werden. Was sich im Auto nicht mehr lohnt, weil es die Reichweite zu stark dezimiert, besitzt in anderen Bereichen interessante Verwendungsmöglichkeiten, hoffen GM und Nissan. So könnten solche Akkusätze genutzt werden, um Notstromaggregate für Rechenzentren zu implementieren – oder aber direkt im Elektronetz, um Versorgungsschwankungen auszugleichen. Das würde unter anderem neuen, grünen Energieformen helfen, die nicht ständig mit Volllast arbeiten können – Solar- und Windkraft, beispielsweise.
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(bsc)