BMW tritt ab 2012 wieder in der DTM an
BMW kehrt nach 20 Jahren ins Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) zurück. Der Münchner Autobauer wird von 2012 an als Konkurrent von Mercedes und Audi in der populären Rennserie starten. „Die Rückkehr von BMW in die DTM ist ein elementarer Bestandteil der Neustrukturierung unserer Motorsport-Aktivitäten“, sagte Entwicklungsvorstand Klaus Draeger am Freitag.
Seit 2005 machen nur noch Audi und Mercedes den Sieg unter sich aus.
(Bild: ITR)
Nach dem Ausstieg aus der Formel 1 Ende 2009 hatte BMW seit längerem über einen Start im kostengünstigeren Tourenwagen-Sport verhandelt. Mit den Planungen für einen Rennwagen auf Basis des M3-Modells begann der Autobauer schon nach einer Absichtserklärung der Konzernspitze im April. „Mit der positiven Entscheidung des BMW- Vorstands können wir nun einen Gang höher schalten und grünes Licht für die Entwicklung geben“, erklärte Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen. BMW war bereits von 1984 bis 1992 in der DTM aktiv und holte in dieser Zeit dreimal den Titel: 1984 mit Volker Strycek (635 CSi), 1987 mit dem Belgier Eric van der Poele und 1989 mit dem Italiener Roberto Ravaglia (beide im BMW M3 der E30-Generation).
DTM-Vermarkter ITR und die beiden künftigen Hersteller-Rivalen Audi und Mercedes begrüßten die Entscheidung von BMW. „Das ist ein weiterer Meilenstein für die Zukunft unserer populären Rennserie und beweist, dass sich die Anstrengungen der letzten Jahre nun auszahlen“, meinte ITR-Chef Hans Werner Aufrecht. Gemeinsam mit Mercedes und Audi hatte der Rechte-Inhaber mit Nachdruck um eine dritte Marke gekämpft, nachdem Opel der DTM 2005 den Rücken gekehrt hatte. Auch Opel denkt derzeit über einen Wiedereinstieg nach.
Norbert Haug (Mercedes), Dr. Mario Theissen (BMW), Dr. Wolfgang Ullrich (Audi) und Hans-Werner Aufrecht (ITR)
(Bild: ITR/ Thomas Suer)
„Wir freuen uns, dass unsere Wettbewerber aus München ab 2012 in der DTM antreten. Das zeigt wie richtig und wichtig es war, dass Mercedes-Benz seit über 20 Jahren konsequent und unbeirrt an der DTM festgehalten hat“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug vor dem neunten Saisonlauf der DTM am Sonntag in Hockenheim. Auch bei Audi freut man sich auf den Konkurrenten. „Eine tolle Nachricht für die Fans“, so Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ulrich. Der neue Rivale „passt perfekt zur DTM“, befand der Österreicher.
BMW durfte zuvor schon am neuen DTM-Reglement mitwirken, das vom kommenden Jahr an gelten soll. Das Regelwerk soll eine größere Serien-Nähe der Rennwagen als bisher garantieren. Zudem soll es die Chance bieten, die DTM-Fahrzeuge auch in anderen Serien in wichtigen Auslandsmärkten wie Japan und den USA einzusetzen.
Wegen der Wirtschaftskrise hatte der Konzern im vergangenen Jahr eine Neuordnung seines Motorsport-Programms beschlossen. Erster Schritt war der Rückzug aus der teuren Formel 1. Noch offen ist, ob BMW zugunsten der DTM auch sein Engagement in der Tourenwagen- Weltmeisterschaft beendet. Die DTM fährt seit Jahren einen Sparkurs. Zudem lockt den dreimaligen Champion der direkte Wettbewerb mit seinen direkten Marktrivalen Mercedes und Audi. „Die DTM bietet dafür eine ideale Bühne“, so Vorstandsmann Draeger. (dpa) (mfz)