Erfreuliche Ergebnisse: Zehn Sommerreifen im Format 225/40 R18 im Test des ACE

Zehn Sommerreifen im Format 225/40 R18 stuft der Autoclub ACE in einem Test als „sehr empfehlenswert“ ein, den Rest des Felds mit „empfehlenswert“

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Fahrtest bei Aquaplaning

(Bild: ACE)

Lesezeit: 5 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der Autoclub ACE hat zehn Sommerreifen-Modelle für Kompaktautos getestet. Passend unter anderem auf VW Golf, Skoda Octavia, Seat Leon, Opel Astra oder Audi A3 in der Dimension 225/40 R18 XL wurden sie in Fahrversuchen mit einem VW Golf unter trockenen und nassen Bedingungen unterzogen. Außer der Sicherheit und ihrer Fahrdynamik zählten auch Wirtschaftlichkeit und Umweltaspekte in der Testwertung.

Dabei erreichten vier Pneus „sehr empfehlenswert“, während der Rest des Testfelds mit „empfehlenswert“ bewertet wurde. Das ist ein überraschend erfreuliches Gesamturteil und bringt uns dazu, das Fazit gleich an den Anfang zu stellen: Sowohl die durchweg guten bis sehr guten Testergebnisse als auch die unterschiedlichen spezifischen Stärken und Schwächen der einzelnen Produkte lassen erkennen, dass die Hersteller ihre Hausaufgaben gründlich gemacht und dabei auf verschiedene Eigenschaften unterschiedlich großen Wert gelegt haben.

Das liegt natürlich daran, dass bei Reifen verschiedene Eigenschaften aufgrund einfacher physikalischer Zusammenhänge stets in einem Zielkonflikt zueinander stehen, also kein Reifen alles gleich gut können kann. Der Kundenvorteil liegt darin, dass er in diesem Testfeld das für sein Anforderungsprofil am besten passende Produkt wählen kann. Obwohl der teuerste Reifen auch knapp Testsieger wurde, kann er bei seiner Wahl ausnahmsweise den Preis im Prinzip vernachlässigen: Selbst die Premiumprodukte können sich nicht mehr sehr weit nach vorn absetzen und sogar ehemals krasse Außenseiter wie Linglong aus China haben es inzwischen annähernd auf Augenhöhe mit den besten europäischen Premiumprodukten geschafft. Beim Winterreifentest des ADAC 2025 war das noch ganz anders. Und auch im Test von Ganzjahresreifen im gleichen Jahr gab es Kandidaten, von denen wir dringend abraten mussten.

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Testsieger des ACE-Sommerreifentests wurde mit dem „Michelin Pilot Sport 4S“. Mit 140 Euro errang der teuerste im Test 141 von 170 möglichen Punkten. Mit „stark beim Bremsen, bestes Handling, gut in der Wirtschaftlichkeit“ fassten die Tester seine Charakteristik zusammen. Mit 140 Punkten fast so gut schnitt der „Continental Sport Contact 7“ ab, mit nur 103 Euro pro Stück aber deutlich günstiger. „Sehr stark beim Bremsen und Handling, aber im Aquaplaning durchwachsen“, lautet die Kurzbeurteilung. Auf Platz drei mit 138 Punkten kommt der „Bridgestone Potenza Sport Evo“ für 103 Euro. „Bestes Bremsen, sehr gutes Handling, aber in der Wirtschaftlichkeit durchwachsen“ ist hier die Kurzbeschreibung. Besonders preiswert ist der Vierte mit der Bewertung „sehr empfehlenswert“. Der „Falken Azensis FK520“ kostet gerade mal 87 Euro und beweist mit 135 Punkten, dass ein niedriger Preis keine Kompromisse bedeuten muss. Er ist „gut beim Bremsen und Handling, sehr stark im Aquaplaning“.

ACE-Sommerreifentest 2026

(Bild: ACE)

Um eine Notbremsung zu simulieren, wird der Bremsweg aus 100 km/h gemessen, zunächst auf trockener Straße. Den kürzesten Bremsweg erzielt der Bridgestone mit 32,85 Metern, knapp dahinter folgen Continental mit 33,16 und Michelin mit 33,37 Metern. Den längsten Weg benötigt der Nexen N’Fera Sport mit 34,73 Metern bis zum Stillstand, nur knapp zwei Meter hinter dem Bestwert. Beim Bremsen auf nasser Fahrbahn aus 80 km/h erreicht der Continental mit 24,51 Metern den kürzesten Bremsweg, dahinter Bridgestone mit 24,79 und der Linglong Sport Master mit 25,38 Metern. Am Ende wieder Nexen mit 28,34 Metern und einem deutlich größeren Abstand zum Feld als beim Trockenbremsen.

Wie zum Ausgleich glänzt Nexen beim Aquaplaning und erreicht mit Falken und Pirelli den ersten Platz. Beim Pirelli tritt Aquaplaning auf gerader Strecke bei 82,5 km/h auf, beim Powerproof 2 schon ab 80,1 km/h. In der Kurve schlägt sich Falken am besten und führt den Wagen bis 71,5 km/h, während der Continental schon ab 68,3 km/h aufzuschwimmen beginnt.

Viel Arbeit beim Räder umstecken

(Bild: ACE)

In Seitenführung, Traktion und Lenkpräzision auf trockener Fahrbahn liegen Pirelli, Falken, Continental und Michelin vorn. Nexen und Linglong kommen auf die hinteren Plätze, ohne wirklich schlecht zu sein. Beim Fahrspurwechsel liegt das Feld ebenfalls dicht beieinander, allein der Nokian fällt dabei stärker ab. Bei Nässe erfüllen die Reifen die gleichen Aufgaben, wiederum fast mit umgekehrten Platzierungen. Pirelli und Falken, bei Trockenheit unter den Besten, schaffen es beim Nasshandling nicht einmal ins Mittelfeld. Beim Hasshandling kann sich Linglong an die Spitze setzen, dahinter Nokian und Michelin.

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Die Gesamtwertung umfasst maximal 170 Punkte und setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Sicherheit nass (80 Punkte), Sicherheit trocken (60 Punkte) sowie Wirtschaftlichkeit/Umwelt (30 Punkte).

  • Sicherheit nass: Bremsen nass (30 Punkte), Handling nass (20 Punkte), Aquaplaning längs (20 Punkte), Aquaplaning quer (10 Punkte)
  • Sicherheit trocken: Bremsen trocken (30 Punkte), Handling trocken (20 Punkte), Fahrspurwechsel (10 Punkte), Aquaplaning längs und Aquaplaning quer
  • Wirtschaftlichkeit/Umwelt: Vorbeifahrgeräusch (10 Punkte), Rollwiderstand (20 Punkte).

(fpi)