Felgenversiegelung im Langzeittest: Lohnt der Aufwand?
Wir starten auf zwei brandneuen Felgen den Test der Felgenversiegelung Gtechniq C5 Wheel Armour. Hält der Schutz ein halbes Jahr durch?
(Bild: Martin Franz / heise Medien)
Sich privat einen Neuwagen zu leisten, ist aus nüchtern-wirtschaftlicher Sicht rational meist schwerlich zu erklären. Andererseits eröffnet sich die Chance, bei der Pflege von Anfang an einen nachhaltigen Grundstein zum langen Erhalt zu legen. Zwei Dosen Unterbodenwachs beispielsweise, die nach dem Kauf aufgetragen werden, ersparen unter Umständen Rost an nicht täglich sichtbaren Stellen. Auch bei den Felgen gibt es die Möglichkeit, das Einbrennen von Bremsstaub zumindest zu mindern. Deshalb starte ich erneut einen Langzeittest mit einer Felgenversiegelung.
Was fĂĽr eine Versiegelung spricht
Auf schwarzen Felgen ist Bremsstaub selbstverständlich kaum zu sehen. Doch mir ging es nicht allein um die Optik. Einerseits bleibt der Lack dort länger erhalten, andererseits braucht es bei der Reinigung im Idealfall nicht mehr als den Hochdruckreiniger in der Waschbox. Aggressive Felgenreiniger sind damit unnötig oder sollten es zumindest sein. Felgenschonung, leichte Reinigung und der Verzicht auf umweltschädliche Reiniger sind aus meiner Sicht gute Gründe für eine solche Versiegelung.
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Das Angebot an Felgenversiegelungen ist weitaus kleiner als das für Lackschutz-Produkte. Da liegt die Idee nahe, ein Wachs oder eine Versiegelung für den Lack auch auf Felgen zu nutzen. Doch eine Felgenversiegelung verspricht, mit heißem Bremsstaub besser zurechtzukommen. Für diesen Test wählte ich „Gtechniq C5 Wheel Armour“. Das ist ein vergleichsweise teures Produkt: Zum Zeitpunkt des Kaufs wurden 15- und 30-ml-Verpackungen angeboten, und inklusive Versand kostet selbst die kleine Flasche fast 40 Euro. Im Netz wie auch im Handel finden sich problemlos billigere Alternativen – und auch erheblich teurere. Für diese Versiegelung sprach, dass sie länger halten soll als beispielsweise das Spray von Sonax. Es ist in meinem privaten Pflegesammelsurium das mit Abstand teuerste Produkt.
(Bild:Â Martin Franz / heise Medien)
GrĂĽndliche Vorarbeit ist zwingend
Bestellt habe ich ein Set, in dem ein Mittel zum Entfetten dabei war. Es muss nicht zwingend genau dieses sein, aber eine gründliche Vorbereitung ist für ein langanhaltendes Ergebnis unumgänglich. Die Felge muss zwingend nicht nur sauber, sondern auch gründlich von jeglichen Wachs- oder Fettrückständen befreit werden. Andernfalls kann die Versiegelung nicht haften, und der gewünschte Effekt ist rasch dahin. Ohne eine wirklich gründliche Vorarbeit in dieser Hinsicht kann man sich ein Versiegeln praktisch sparen.
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Schnell arbeiten, sparsam verwenden
Die Versiegelung selbst wird hauchdünn aufgetragen und nach rund einer halben Minute auspoliert. Ich würde gerade ungeübten Anwendern empfehlen, erst mit einem Teil der Felge zu starten – beispielsweise mit der halben Innenseite. Viel Arbeit macht die Versiegelung an sich nicht, sofern der Anwender zwei Dinge beachtet: Die Versiegelung sollte nicht trocknen, sondern umgehend auf der Felge verarbeitet werden. Und selbstverständlich gilt auch hier einer der ältesten Tipps bei der Fahrzeugpflege: Gute Produkte können extrem sparsam eingesetzt werden. Für die Verarbeitung auf zwei 20-Zoll-Felgen habe ich schätzungsweise ein Viertel einer 30-ml-Flasche benötigt. Ziemlich sicher hätte jemand, der das jeden Tag professionell betreibt, nochmals weniger gebraucht. Im Herbst gibt es im Rahmen des Wechsels auf Winterräder ein Update.
Die Felgenversiegelung wurde privat angeschafft. Der Hersteller ist in diesen Test nicht involviert.
(mfz)