Neuer US-Passat aus dem Werk Chattanooga

Die USA bekommen ihren eigenen VW Passat. Das Konzept stammt aus Deutschland, doch er ist länger, billiger, luxuriöser und wird im neuen Werk Chattanooga in Tennesse gebaut

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Von
  • Gernot Goppelt
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Detroit, 10. Dezember 2011 – Der neueste Passat wurde speziell auf die Bedürfnisse von Amerikanern zugeschnitten – mit knapp zehn Zentimeter längerem Radstand, viel Komfort für wenig Geld, aber natürlich mit "German Engineering", wie Volkswagen of America betont. Für Volkswagen hat der neue US-Passat große Bedeutung: Seit 1987 wurden zwar mehr als 700.000 Exemplare des Modells verkauft, doch vom Neuen sollen bitteschön innerhalb von sieben Jahren eine Million abgesetzt werden. VW hat in den USA ehrgeizige Ziele: Bis 2018 will man den Absatz aller Modelle pro Jahr auf 800.000 Stück erhöhen, eine Verdreifachung der jetzigen Zulassungszahlen, die trotz erfolgreicher Entwicklung weit unter denen in Europa liegen.

Der neue US-Passat muss auch deswegen ein Erfolg werden, weil er im neuen Werk in Chattanooga, Tennessee, gebaut wird, nach eigenen unbescheidenen Angaben die "neueste, fortschrittlichste und umweltfreundlichste Autofabrik der Welt". Der Verkauf soll Mitte August 2011 beginnen. Im Werk Chattanooga sollen jährlich bis zu 150.000 Fahrzeuge entstehen, 2000 Menschen erhalten dafür eine Anstellung.

Neuer US-Passat aus dem Werk Chattanooga (13 Bilder)

Der neue US-Passat von VW geisterte im Vorfeld als "New Midsize Sedan" durch die Presse.

Die Limousine wird in den drei Ausstattungslinien S, SE und SEL angeboten (da war doch was …), von denen bereits die einfachste bis hin zur Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung weitgehend komplett ausgestattet ist. Interessanter sind zwei neue Merkmale, die für geradezu herrschaftlichen Komfort sorgen. Da wäre zunächst das so genannte "Valet Parking" – für das Parken des Fahrzeugs durch einen Hoteldiener. Die Funktion verhindert den Zugriff auf Handschuhfach und Kofferraum, wenn das Fahrzeug von Dritten bewegt wird.

Mit der Einrichtung "Remote Start" kann der Fahrer sein Auto zudem per Fernbedienung starten und es so auf die per Klimaanlage vorgewählte Temperatur abkühlen oder aufheizen. Diese Funktion ist zwar auf zehn Minuten begrenzt, dient aber nüchtern betrachtet weder der Umwelt noch dem Motor, der ohne Last langsamer warm wird als bei zügigem Losfahren. Doch wo Sprit billig ist, die Tem­pera­tur­unterschiede zwischen Sommer und Winter groß sind und der nächste Nachbar weit, wirken derlei Nörgeleien nur wie Neid.