Elektronische Nase findet Verschüttete
Eine elektronische Nase, die menschliche Ausdünstungen erfasst, könnte künftig bei der Suche nach Erdbebenopfern die Arbeit mit Hunden ergänzen. Das berichtet Technology Review in seiner aktuellen April-Ausgabe.
- Denis Dilba
- Dr. Wolfgang Stieler
Bei der Rettung von Erdbebenopfern zählt jede Sekunde. Doch Suchhunde brauchen bereits nach einer halben Stunde Spürarbeit eine Pause von zwei Stunden. Eine elektronische Nase, die menschliche Ausdünstungen erfasst, könnte künftig die Suche mit Hunden ergänzen, schreibt das Magazin Technology Review in seiner aktuellen April-Ausgabe (ab morgen am Kiosk oder ab sofort im Online-Shop zu bestellen).
Anton Amann, Direktor des Instituts für Atemgasanalytik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Dornbirn, hat solch eine mobile elektronische Nase zum Aufspüren von Überlebenden entwickelt. Das Analysegerät erfasst menschliche Ausdünstungen von Atemluft, Schweiß und Urin. Ein Ionenmobilitätsspektrometer ionisiert die flüchtigen Substanzen in den Gasproben und misst dann, wie schnell die unterschiedlichen Stoffe durch ein angelegtes elektrisches Feld wandern. Unterschiede in der Wandergeschwindigkeit zeigen dem Forscher in wenigen Sekunden, welche Substanzen in der Probe enthalten sind – und er kann sofort reagieren. Zurzeit lassen sich 15 Substanzen eindeutig einem Menschen zuordnen. Der Prototyp soll Ende 2011 fertiggestellt sein. Das Prinzip der elektronischen Nase setzt Anton Amann bereits in der elektronischen Diagnose von Krankheiten ein. (wst)