Jaguar XF 2.2 i4D: Proberunde mit neuem Dieselmotor
Auf der New York Auto Show (22.April bis 01.Mai 2011) soll ein Facelift für den Jaguar XF vorgestellt werden. Wir konnten ihn vor der Premiere mit einem neuen Dieselmotor Probe fahren
- Gregor Hebermehl
Whitley (England), 18. April 2011 – Mit seinem zurückhaltenden und dennoch modernen Design war der XF im vergangenen Jahr der mit Abstand erfolgreichste Jaguar in Deutschland. Mehr als 2000 Stück konnten hierzulande im Jahr 2010 verkauft werden. Auf der New York Auto Show (22.April bis 01.Mai 2011) soll nun ein Facelift für die britischen Limousine vorgestellt werden. Neu ist auch ein Vierzylinder-Dieselmotor, den wir vorab schon mal Probe fahren konnten.
XF mit Vierzylinder
Der für den XF neue Antrieb entspringt einer Kooperation mit PSA. Er wird unter anderem im Land Rover Freelander 2.2 SD4 S eingesetzt. In der Konfiguration mit 190 PS kommt die Maschine jetzt auch im XF zum Einsatz. 450 Nm liegen bei 2000 U/min an – im Freelander sind es nur 420 Nm. Und ähnlich wie im Freelander, muss auch der Jaguar mit einem echten Turboloch kämpfen. Bis 2000 U/min passiert nicht viel und die Gasannahme ist etwas ungleichmäßig. In diesem Motor wird nur ein einzelner Turbolader eingesetzt, die Doppelturbos im Sechszylinder-Diesel agieren gerade bei niedrigen Drehzahlen harmonischer. Ab 2000 U/min geht es dann aber ausreichend flott voran, zumal der Vierzylinder-Jaguar auch noch 60 Kilogramm leichter ist als die XF mit sechs Zylindern. Nach 8,5 Sekunden fällt die Tempo-100-Marke, maximal sind 225 km/h drin. Im Schnitt soll sich der XF 2.2 i4D mit 5,6 l/100 km (CO2-Ausstoß: 148 g/km) zufrieden geben – womit der neue Vierzylinder zum effizientesten Triebwerk in der gesamten Jaguar-Motorenpalette werden würde. Zur Sparsamkeit soll auch ein reaktionsschnelles Start-Stopp-System beitragen.
Jaguar XF 2.2 i4D: Proberunde mit neuem Dieselmotor (15 Bilder)

Der Jaguar XF bekommt nicht nur einen neuen Dieselmotor, sondern auch ein derzeit noch geheimes Facelift.
Keine Rekuperation
Gekoppelt ist der Diesel im XF an eine Achtgang-Automatik von ZF und ein Start-Stopp-System: Beim Halt geht der Motor mit leichtem Zögern sanft aus und springt dafür sensationell schnell wieder an, wenn man den Fuß von der Bremse nimmt. Laut Jaguar reagiert das Start-Stopp-System um 40 Prozent schneller als bei manchem Konkurrenten – deutlich schneller als beim Land Rover Freelander 2.2 SD4 S tut es das allemal. Klimaanlage und Radio werden im Stopp-Betrieb von einer zweiten Batterie mit Strom versorgt. Rekuperation, also die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen, ist hier noch nicht vorgesehen. Beim Fahren macht die Automatik einen ausgezeichneten Job, Ruckeln oder Verschalten kennt sie nicht. Einen Gag hat sich Jaguar für das Ende der Fahrt aufgehoben: Geht beim Anhalten der Motor in den Stopp-Modus und der Fahrer löst seinen Gurt, dann geht der Bildschirm aus, die Lüftungsdüschen schließen sich und der Gangwahl-Knopf verschwindet in der Versenkung – der Wagen schaltet sich selbstständig ab. Nachteil: Wer nur mal eben vor der Garage aussteigen will, um das Tor zu öffnen, muss danach den Wagen wieder „hochfahren“.