Mercedes zeigt Bilder des offenen SLS AMG

Den legendären Mercedes 300 SL mit Flügeltüren löste 1957 eine Roadster-Variante ab, beim SLS AMG setzen die Stuttgarter hingegen auf fiedliche Koexistenz. Jetzt zeigt Mercedes Bilder von Prototypen des Roadsters, der auf der IAA im September offiziell vorgestellt wird

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Von
  • rhi
  • Sven-Olaf Suhl
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Stuttgart, 5. Mai 2011 – Den legendären Mercedes 300 SL mit Flügeltüren löste 1957 eine Roadster-Variante ab, die trotz großer optischer und technischer Gemeinsamkeiten bis heute ein wenig im Schatten des "Gullwing" mit seinen spektakulären Einstiegsluken steht. Mit ihrem aktuellen Supersportler SLS AMG fahren die Schwaben hingegen bald zweigleisig: Der 2009 vorgestellten Version mit Flügeltüren stellen sie ein Cabrio zur Seite, das im September auf der IAA sein Debüt geben wird. Jetzt zeigt Mercedes selbst Bilder von Prototypen des Roadsters, die kaum noch getarnt letzte Testrunden absolvieren und gewährt zugleich Einblicke in die dreijährige Entwicklungsarbeit.

Während es unter der Haube bei dem 571 PS starken Achtzylinder des geflügelten Schwestermodells bleibt, muss der offene SLS AMG konzeptbedingt auf die markanten Türen verzichten. Trotzdem soll die Karosserie des Roadsters nicht minder verwindungssteif ausfallen als die der Version mit festem Dach: "Ohne Rohbau-Steifigkeit keine Fahrdynamik und auch keine hundertprozentige Dichtheit des Verdecks", unterstreicht Tobias Moers, Bereichsleiter Gesamtfahrzeugentwicklung von Mercedes-AMG die konstruktive Herausforderung.

Mercedes zeigt Bilder des offenen SLS AMG (15 Bilder)

Trotz abgeklebten Logos klar zu erkennen: Hier fährt der neue Mercedes SLS AMG Roadster.

Schon bei der Konzeption des SLS AMG haben die Entwickler außer der Coupé- auch eine Roadster-Version verfolgt. Die Grundlage bei der Entwicklung stellte der "digitale Prototyp" dar, mit dem wesentliche Parameter wie die Rohbau-Konstruktion, Gewichtsverteilung, Einbauposition des Motors, Schwerpunktlage oder Achskonstruktion festgelegt werden können und der Voraussagen zu Fahrdynamik, Aerodynamik, Ergonomie, Crashverhalten und zum Produktionsprozess erlaubt. Im Vergleich zum Flügeltürer wurden die Seitenschweller mit größeren Wandstärken und mehr Kammern stabiler konstruiert. Weitere Cabrio-Spezifika: Der Träger der Instrumententafel stützt sich über zusätzliche Streben am Scheibenrahmen sowie auf dem Mitteltunnel ab, zudem versteift eine Domstrebe zwischen Verdeck und Tank die Hinterachse. Ein zusätzlicher Querträger hinter den Sitzen nimmt das fest stehende Überrollschutzsystem auf. Trotz dieser Maßnahmen fällt der Rohbau des Roadsters mit 243 kg kaum schwerer als die Rohkarosse des Coupés (241 kg) aus.