AMG setzt auf Zylinderabschaltung
Keiner soll effizienter sein: AMG hat für den neuen Mercedes SLK 55 einen sparsamen V8 entwickelt. Trotzdem gibt es mehr Leistung als bislang. Verantwortlich dafür ist vor allem die Zylinderabschaltung
- rhi
- Gernot Goppelt
Affalterbach, 21. Juli 2011 – "Mercedes-AMG hat einen neuen 5,5-Liter-V8-Motor entwickelt, der kraftvolle Achtzylinder-Performance mit den betont ökonomischen Verbrauchswerten eines Vierzylinders verbindet". Au weia, da tragen sie jetzt aber mächtig dick auf, ist die spontane Regung. Dabei ist sogar etwas dran, denn der Motor für den nächsten SLK 55 AMG läuft per Zylinderabschaltung zeitweise tatsächlich nur auf vier Zylindern, eine Technik, die bei Achtzylindermotoren schon häufiger eingesetzt wurde. Die Zylinderabschaltung hat den Vorteil, den noch aktiven Zylindern mehr Last aufzubürden – eine besondere Art der Lastpunktverschiebung also, die für geringeren Verbrauch sorgen kann.
Unter die Haube geschaut
Bilder des künftigen SLK-Spitzenmodells werden noch nicht herausgerückt, allerdings konnten wir bereits einen ersten Blick auf den kräftigen Roadster werfen. Optische Highlights sind die geänderten Stoßfänger, hinzu kommen vier markante Endrohre. Der schwarz lackierte Einsatz unterhalb des vorderen Kennzeichens zeigt Parallelen zum C 63 AMG Coupé. Direkt neben den bulligen Felgen prangt ein "V8 AMG"-Schriftzug auf dem Kotflügel. In eben diesen Achtzylinder haben die Entwickler viel Gehirnschmalz investiert, um ihn zum "effizientesten V8 auf der Welt" zu machen, wie Friedrich Eichler, Leiter der Abteilung Triebstrang, sagt.
AMG setzt auf Zylinderabschaltung (20 Bilder)

Mercedes erweitert die SLK-Modellpalette demnächst um den SLK 55 AMG (Bild: SLK 350 mit AMG-Paket).
Mehr Kraft, weniger Durst
Ein Blick auf die Grunddaten des Motors mit der internen Bezeichnung M 152: Der Saugmotor beruht auf dem 2010 vorgestellten 5,5-Liter-Biturbo namens M 157, der unter anderem im E 63 AMG zum Einsatz kommt. Merkmale wie der Hubraum, das Bohrung-Hub-Verhältnis, der Zylinderabstand und die Direkteinspritzung übernimmt der M 152 vom stärkeren Bruder. Unterschiede gibt es zum Beispiel bei der Ansaugluftführung und den Zylinderköpfen. Dennoch wird der künftige SLK 55 AMG richtig Pfeffer unter der Haube haben: Die Leistung steigt gegenüber dem Vorgänger um 62 PS auf 422 PS, das maximale Drehmoment legt auf 540 Nm zu. Bemerkenswert ist vor allem der Verbrauch, mit 8,5 Liter auf 100 Kilometer wurde der Durst um 3,5 Liter gekappt. Das macht 199 g/km CO2 und Ola Källenius stolz: "Für uns fühlt es sich wie ein 99-Gramm-Auto an". Da ist er wieder, der Hang zur kreativen Untertreibung, die angesichts des respektablen Sparerfolgs eigentlich gar nicht nötig wäre.