Elektroautos: Dutzende Eigner wollen ihren Chevy Volt loswerden
Nachdem zwei Exemplare in der Folge von Crashtests Feuer gefangen hatten, kündigt Hersteller GM gemeinsame Ursachenforschung mit den Behörden an.
In dem für den hiesigen Markt bestimmenden Crashtest Euro-NCAP hat er erst kürzlich mit fünf Sternen die Spitzennote erhalten, doch nun sorgt der Chevrolet Volt in den USA für Negativschlagzeilen, weil die Batterie des elektrisch angetriebenen Pkw in zwei Fällen Feuer gefangen hat: Wochen nach einem Crashtest in den USA hatte das demolierte Auto auf einem Abstellplatz Feuer gefangen. Ironie der Geschichte: In dem Fall wollten Ingenieure ein vergleichbares Ereignis aus dem Frühjahr rekonstruieren.
Doch auch wenn im realen Straßenverkehr noch kein Volt in Brand geraten ist, wollen nun einige Kunden ihr Elektroauto an den Hersteller General Motors (GM) zurückgeben. Unterdessen gehen der Autokonzern und die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) den Ursachen für die Brände auf den Grund.
Bislang seien "ein paar Dutzend" entsprechender Anfragen aus den Reihen der 6400 Volt-Besitzer bei GM eingegangen, zitiert jetzt USA Today einen Konzernsprecher. Einige weitere Dutzend Volt-EigentĂĽmer wollen demzufolge ein Angebot des Autoriesen annehmen, ihnen fĂĽr die Dauer der Untersuchungen einen kostenlosen Ersatzwagen zur VerfĂĽgung zu stellen.
Als Brandauslöser sind Kurzschlüsse im beschädigten Fahrzeug und/oder eine Entzündung des Lithiums (Li) im Gespräch. Das Alkalimetall reagiert schnell und heftig bei Kontakt mit Feuchtigkeit. Vor einigen Jahren hatten Brandunfälle mit Notebooks oder Mobiltelefonen mit Li-Ion-Akkus für Schlagzeilen und teure Rückrufaktionen bei den Herstellern gesorgt.
Ein wesentlicher Aspekt der Untersuchung der Autobrände ist aus GM-Sicht, wie mit der Li-Ion-Batterie Tage und Wochen nach einem schweren Unfall zu verfahren ist. Das Problem betreffe daher nicht nur den Volt sondern alle am Bau von Elektroautos beteiligten Unternehmen. Der Konzern arbeite in der Society of Automotive Engineers und mit anderen Autobauern zusammen, unter anderem, um Handlungsanweisungen zu erstellen, wie die Autoakkus nach einem Unfall oder sonstiger schwerwiegender Beschädigung entladen werden sollen.
In Deutschland fordert zum Beispiel der TÜV Süd standardisierte Prüfverfahren für Li-Ion-Batterien in Autos. In Deutschland ist der Chevy Volt seit dem 3. November 2011 erhältlich. Mit einem Verkaufspreis von 41.950 Euro wird er deutlich teurer als in den USA, aber 1000 Euro günstiger als der technisch identische Opel Ampera angeboten. (ssu)