Sony erholt sich und hofft auf die PlayStation

Nach der Akku-Katastrophe und dramatischem Gewinneinbruch ist Sony auf dem Weg der Besserung und hat die Ergebnisprognose für das laufende Jahr wieder angehoben. Die Hoffnungen ruhen auf der PlayStation 3.

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Der Unterhaltungsriese Sony hat sich nach dem Akku-Desaster des vergangenen Jahres wieder leicht erholt, musste aber erneut rückläufige Gewinne verbuchen. Zwar belastet die PlayStation das Ergebnis weiter, doch hat der Konzern angesichts solider Geschäfte mit LCD-Fernsehern, Digitalkameras und Sony-Ericsson-Handys seine zuletzt dramatisch gesenkten Ziele für das am 31. März endende Geschäftsjahr 2006/2007 wieder angehoben. Das Ergebnis werde jedoch weiterhin um elf Prozent unter dem Vorjahresertrag liegen. Während die Umsatzerwartung bei 8,2 Billionen Yen (52 Milliarden Euro) bleibt, rechnet Sony nun mit einem Gewinn von 110 Milliarden Yen (700 Millionen Euro).

Nach dem desaströsen zweiten Quartal, als Akku-Probleme und die Anlaufkosten der PlayStation 3 den Konzern operativ in die roten Zahlen zogen, gab der Gewinn im dritten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahresabschnitt um 5,3 Prozent nach, das operative Ergebnis sank um 15 Prozent. Sony erwirtschaftete bei einem um knapp 10 Prozent auf 2,61 Billionen Yen (16,6 Milliarden Euro) gestiegenen Umsatz einen Gewinn von 159,9 Milliarden Yen (1,02 Milliarden Euro). Im gleichen Quartal des Vorjahres hatte Sony 2,37 Billionen Yen umgesetzt und damit 168,9 Milliarden Yen verdient.

Auch im dritten Quartal erwies sich die Spiele-Sparte als eine Belastung. Sony-Finanzschef Nobuyuki Oneda verweist auf schleppende Geschäfte mit der PlayStation Portable und die hohen Anlaufkosten der verspäteten PS3, die zwar nicht ganz billig ist, aber dennoch unter den Produktionskosten verkauft wird. Oneda rechnet daher noch mit weiteren Verlusten der Sparte, die auch im letzten Abschnitt einen operativen Verlust von 54,2 Milliarden Yen verzeichnete. In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres soll das besser werden, erwartet Oneda.

Das setzt allerdings voraus, dass die PS3 einen ähnlichen Erfolg haben wird wie ihre Vorgängerin. Angesichts der Verkaufszahlen sind die Analysten nicht sicher, ob Sony den Coup mit der PlayStation wiederholen kann. Vor dem europäischen Verkaufsstart im März hat Sony die selbstgesteckten Ziele zwar erreicht und in den USA und Japan jeweils rund eine Million Geräte verkauft, ist in der Gunst der Kunden aber teilweise hinter Nintendo und Microsoft zurückgefallen. (vbr)