Gehört Ducati bald zu Audi?

Der Volkswagen-Konzern steht offenbar kurz vor dem Kauf der italienischen Motorradmarke Ducati. Die Übernahme, die bis Ende April besiegelt sein könnte, gilt seit langem als persönlicher Wunsch von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch.

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Von
  • Martin Vogt

Gerüchte über ein Interesse des Volkswagen-Konzerns an der italienischen Motorrad-Marke Ducati gibt es seit Jahren. Insbesondere Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der als leidenschaftlicher Ducati-Fahrer gilt, hatte seine Begehrlichkeiten an Ducati immer wieder durchblicken lassen. „Abschminken“ müsse er sich die Italiener wohl, hatte er auf der IAA 2009 gesagt. Bald allerdings könnte Piëchs Traum wahr werden: Dem Konzern, der bereits VW Nutzfahrzeuge, Lastwagen (MAN, Scania), Edelkarossen (Bugatti, Bentley), Sportwagen (Lamborghini), sowie die Volumenhersteller Seat, Skoda und Audi nebst der Stammmarke VW unter seinem Dach vereint, fehlen noch Zweiräder. Ducati wäre die insgesamt elfte Marke.

Gerüchten zufolge ist Audi am Motorradhersteller Ducati interessiert.

Im Unterschied zu 2009 ist die Marke Ducati, die sich seit 2005 im Besitz der italienischen Investindustrial befindet, jetzt zu haben. Der Kaufpreis könnte bei rund 850 Millionen Euro liegen, wovon bis zu 800 Millionen Verbindlichkeiten sind. Als Interessent gilt auch die die Hero MotoCorp, Indiens größter Motorrad-Hersteller. Sollte die Entscheidung der Eigentümer tatsächlich auf Volkswagen fallen, wäre Audi zweifellos der plausibelste Käufer. Bereits 1998 hatten die Ingolstädter die Sportwagen-Marke Lamborghini übernommen und viel Erfahrung mit der Integration der exklusiven Norditaliener gewonnen. Erfahrung, die für die Bayern auch nach dem Kauf von Ducati ausgesprochen wertvoll sein würde.

Der Deal könnte, berichtet die Automobilproduktion, noch im April 2012 von Audi entschieden werden. Dann zum Leidwesen von Mercedes und seiner Sportwagen-Tochter AMG: Erst Ende 2010 hatte der Mercedes-Veredler einen Kooperationsvertrag mit Ducati geschlossen – von Marketingaktivitäten bis zu gemeinsamen Showrooms, in denen AMGs und Ducatis Seite an Seite präsentiert wurden. Vor einem knappen Jahr hatte sich AMG-Chef Ola Källenius noch geradezu euphorisch geäußert. „Ducati-Fahrer sind ähnlich performance-orientiert wie AMG-Fahrer und wir haben festgestellt, dass die beiden Marken einfach gut zusammenpassen, ich nenne nur mal Stichworte wie Leidenschaft für Technik, Motorsport-Historie und Exklusivität“, sagte der AMG-Chef seinerzeit in einem Interview mit Focus Online. Wie passend Ducati für die eigene Marke ist, könnten demnächst Audi-Vorstand Rupert Stadler und natürlich Ferdinand Piëch ähnlich beschreiben.

(mav) (mfz)