Audi verlagert Produktion des Q5 nach Mexiko
Audi will die Produktion seines Geländewagens Q5 vollständig von Deutschland nach Mexiko verlagern und eine Milliardensumme in das neue Auslandswerk stecken. In Mexiko sollen pro Jahr 150.000 Einheiten des Q5 produziert werden, wie Audi-Chef Rupert Stadler am Donnerstag vor Beginn der Volkswagen-Hauptversammlung in Hamburg sagte. Einen Stellenabbau an den deutschen Audi-Standorten Ingolstadt und Neckarsulm soll es aber nicht geben.
Das Werk Ingolstadt, wo der Q5 derzeit produziert wird, arbeitet nach Worten eines Sprechers bereits an seinen Auslastungsgrenzen und kann die freiwerdenden Kapazitäten nutzen, um das Wachstum der anderen Baureihen zu sichern. „Wir brauchen die Kapazitäten, denn das Wachstum ist enorm“, sagte ein Audi-Sprecher. In Ingolstadt beschäftigt die VW-Tochter rund 30.000 Mitarbeiter. Dort werden neben dem Q5 auch der neue A3 und die gerade überarbeiteten Modelle A4 und A5 gebaut.
Audi verlagert die Fertigung des Q5 ab 2016 nach Mexiko aus.
Für die Mitarbeiter gibt es bis 2014 eine Beschäftigungsgarantie. Diese ist nach Angaben von Audi-Betriebsratschefs Peter Mosch nun verlängert worden. „Das war ein Teil der Verhandlungen. Wir haben uns auf eine Verlängerung bis Ende 2018 geeinigt“, sagte er der Zeitung Donaukurier. Nächstes Jahr würden sogar 2000 zusätzliche neue Stellen geschaffen. „Es muss sich niemand um seinen Arbeitsplatz Sorge machen.“ In Ingolstadt fertige Audi pro Jahr etwa 600.000 Fahrzeuge, in Neckarsulm in Baden-Württemberg rund 300.000. „Diese Kapazitäten sind abgesichert, das hat uns der Vorstand zugesichert.“
Die Investitionen in das neue Werk in Mexiko liegen nach Worten von Stadler bei weniger als zwei Milliarden Euro. In Europa und China sei man bereits sehr gut aufgestellt und Mexiko biete nun als bewährter Automobilstandort beste wirtschaftliche Voraussetzungen für eine Audi-Produktion. Die Konzernmutter Volkswagen ist bereits mit einem Automobilwerk in Puebla und mit einem Motorenwerk in Silao vertreten. Wo genau das Audi-Werk gebaut werden soll, steht noch nicht fest.
Mit dem Werk in Mexiko, das 2016 in Betrieb gehen soll, komme Audi dem Absatzziel von zwei Millionen Fahrzeugen bis 2020 ein gutes Stück näher, hieß es. Im vergangenen Jahr hatte Audi so viele Autos wie nie zuvor verkauft, der weltweite Absatz lag bei rund 1,3 Millionen Fahrzeugen. (dpa) (mfz)