Mercedes-Tuner Väth besinnt sich auf Oldtimer

Am Beispiel des von 1968 bis 1972 gebauten Mercedes 300 SEL 6.3 zeigt der Motortuning-Experte Väth, wie man alte Autos wieder technisch fit kann. Der Tuner nimmt natürlich gerne auch Aufträge für andere Mercedes-Schätze an

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  • Gernot Goppelt
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Hösbach, 29. Juni 2012 – Normalerweise befasst sich Herr Väth mit dem Tuning von aktuellen Mercedes-Modellen, aber so ganz kann sich auch er nicht dem Charme älterer Modelle entziehen, zumal es immer mehr Besitzer von Oldtimern gibt. Väth bietet seine Dienste gerne auch für ältere Autosemester an – zum Beispiel dem 300 SEL 6.3.

Der W109 wird von einem V8 Motor mit 6332 cm3 Hubraum angetrieben, der 250 PS bei 4000/min leistet und ein Drehmoment von 510 Nm bei 2800 /min bietet. Der von 1968 bis 1972 gebaute Klassiker beschleunigt in 6,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h, was seinerzeit weit jenseits üblicher Dimensionen war. Väth vergisst nicht zu erwähnen, dass er gerne auch die Modelle Adenauer, 300 SL, 190 SL, Heckflosse, Pagode, SL W107 usw. auf Vordermann bringt. Dabei könne er auf ein komplettes Teilelager zurückgreifen, zum Beispiel Komplettmotoren, Motorenteile, Einspritzanlagen, Getriebe, Differentiale, Antriebswellen, Abgasanlagen und Steuergeräte.

Mercedes-Tuner Väth besinnt sich auf Oldtimer (9 Bilder)

Komplett mit Hella-Rallye-Scheinwerfern: Dieser Mercedes 300 SEL wurde liebevoll restauriert.

Die Generalüberholung und Instandsetzung eines Motorblocks umfasst dessen Zerlegung, Reinigung und Vermessung. Der Motorblock wird dann plangefräst und die Zylinder werden gebohrt und gehont. Kurbelwellen werden geschliffen, poliert und gewuchtet. Der Kurbeltrieb mitsamt Schwungrad wird erleichtert. Pleuelstangen werden bearbeitet und Pleuelbüchsen erneuert. Kolben, auch Übermaßkolben werden als Sonderanfertigung hergestellt. Haupt- und Pleuellager sowie sämtliche Dichtungen, aber auch Ketten mit Schienen werden erneuert, gegebenenfalls auch Öl- und/oder Wasserpumpe.

Auch eine Zylinderkopf-Instandsetzung und Generalüberholung beginnt mit Zerlegen und Reinigung. Es folgen das Abdrücken des Zylinderkopfs (Rissprüfung), dann das Planfräsen. Die Ventilsitze werden nachgefräst, auslassseitig ausgefräst, Sitzringe eingepresst und die Ventilkontur in den gehärteten Sitzring neu eingefräst. Anschließend folgen das Einschleifen der Ventile und die Dichtheitsprüfung. Führungen werden erneuert. Mit den gehärteten Ventilsitzringen ist dann auch die Umrüstung für den Bleifrei-Betrieb machbar.

Mit seinem Angebot reagiert Väth auf einen Trend, der schon seit längerem zu beobachten ist: Young- und Oldtimer werden immer beliebter, nicht einmal unbedingt als Wertanlage. Aber sie vermitteln ein Erlebnis, dass moderne Autos oft nicht mehr bieten können. Und nach einer ordentlichen Runderneuerung kann ihnen noch ein langes Leben beschieden sein. (imp)