Gebrauchtwagen: BMW 5er im Check

Im September 1972 kam der erste BMW 5er auf den Markt, seit 2010 ist die sechste Gene­ration im Handel. Den Gebraucht­wagen­markt dominiert aber der zwischen 2003 und 2010 gebaute Vorgänger. Er gilt als sehr langlebig.

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München, 6. Juni 2012 – Im September 1972 kam der erste BMW 5er auf den Markt, seit 2010 ist die sechste Generation im Handel. Den Gebrauchtwagenmarkt dominiert aber der zwischen 2003 und 2010 gebaute Vorgänger mit der internen Bezeichnung E60 (Limousine) und E61 (Kombi). Er gilt als sehr langlebig.

Für die fünfte Auflage des Bestseller hat der ADAC fast nur Lob übrig. Seit 2005 belegt das Auto, das mittlerweile zur oberen Mittelklasse gezählt wird, vordere Plätze in der Pannenstatistik des Automobilclubs. Mit manchem Zipperlein muss sich aber auch der 5er auseinandersetzen: So litten viele der bis 2007 gebauten Diesel unter Defekten am Turbolader. Insbesondere der 520d mit 163 PS (Motorcode: M47D20) hatte Probleme mit dem Turbolader. Wenn es das Budget zulässt, sollte man zum Nachfolger mit 177 PS (Motorcode: N47D20) greifen, der zuverlässiger, sparsamer und ruhiger läuft. Vereinzelt soll es bei ihm allerdings zu einem Schleifgeräusch der Steuerkette kommen. Noch nennt BMW es ein „Komfortproblem“, allerdings gibt es inzwischen geänderte Kurbelwellen und Steuerketten, die bei einer Reklamation eingebaut werden. Bei Motoren beider Verbrennungsvarianten gab es bis 2004 Störungen im Motormanagement, die durch Softwareupdates behoben wurden. Zudem gab es feuchte Zündkerzen (bis 2005) und defekte Lichtmaschinen (bis 2004) zu beklagen. Weitgehend positive Worte findet auch der TÜV in seinem aktuellen Report 2012. Seit 2003 gebe es beim 5er „kaum noch typische Probleme“. Jüngere 5er gelten als „Musterbeispiel für einen soliden Langläufer“.

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Die fĂĽnfte Auflage dominiert aktuell das Angebot der gebrauchten 5er.

Die Automatikgetriebe stammen von ZF und sind mit einem Ă–l befĂĽllt, fĂĽr das kein Wechselintervall vorgeschrieben ist. Einige Experten empfehlen dennoch einen Tausch inklusive SpĂĽlung nach rund 100.000 Kilometern. Dabei sollte auch der Ă–lfilter des Automatikgetriebes mit gewechselt werden, der fest mit der Ă–lwanne verbunden ist. Die Kosten fĂĽr eine SpĂĽlung liegen bei rund 500 Euro.

2003 wurde der E60 vorgestellt, der Kombi E61 folgte nur wenige Monate später im April 2004. Im März 2007 gab es ein Facelift, das dem 5er unter anderem ein einfacher zu bedienendes iDrive-System brachte. Der Nachfolger der Limousine kam im Frühjahr 2010 auf den Markt, der Kombi folgte im Herbst. Das meistverkaufte Modell war der 530d, der je nach Baujahr zwischen 218 und 235 PS leistete. Er treibt den schweren 5er souverän an und ist gerade mit der Automatik eine gute Wahl. Als Geheimtipp dürfen die späten 520d gelten, die gute Fahrleistungen bei geringem Verbrauch bieten.

Die Zeiten des größten Wertverlustes hat diese 5er-Generation hinter sich. Durch den Modellwechsel vor rund zwei Jahren sind jede Menge junge Fahrzeuge im Handel, die mit geringen Laufleistungen und guter Ausstattung zu Preisen locken, die VW für einen neuen Golf verlangt. Die Preise für E60-Limousinen in den Autobörsen beginnen momentan bei rund 8000 Euro. Für diese Summe muss man allerdings sehr hohe Kilometerlaufleistungen in Kauf nehmen. Ab etwa 17.000 Euro bekommt man aktuell einen 520d mit Facelift, der dann rund 100.000 Kilometer runter hat. Mit etwas Pflege hat so ein Auto noch mindestens 200.000 Kilometer vor sich. (mit Material der dpa) (mfz)