VW prüft Patentverletzung durch chinesischen Partner FAW

vorlesen Druckansicht 10 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Gernot Goppelt

Volkswagen nimmt einen möglichen Ideenklau durch seinen chinesischen Partner First Automotive Works (FAW) unter die Lupe. "Wir prüfen diesen Sachverhalt selbstverständlich", sagte ein Konzernsprecher am Freitag in Wolfsburg. Das Handelsblatt hatte berichtet, dass FAW bei Zulieferern Angebote für Bauteile einholen soll mit dem Ziel, womöglich ein VW-Getriebe ohne Rücksprache selbst zu fertigen.

Dies hätten Manager von Europas größtem Autobauer vor einigen Wochen erfahren, schreibt die Zeitung unter Berufung auf eigene Informationen. China ist der wichtigste Einzelmarkt für Volkswagen. Mit 1,3 Millionen Modellen wurde im ersten Halbjahr bereits fast jedes dritte Auto aus dem Konzern im Reich der Mitte ausgeliefert.

Im August 2011 hatten die beiden Partner im nordchinesischen Changchun das 20-jährige Bestehen ihres Gemeinschaftsunternehmens gefeiert, VW-Chef Martin Winterkorn sprach von China als der "zweiten Heimat" von Volkswagen. Es gibt in dem Riesenland jedoch auch immer wieder Vorwürfe des illegalen Technologietransfers.

Die Wolfsburger VW-Zentrale wollte die internen Untersuchungen zunächst nicht weiter kommentieren. Beide Unternehmen verbinde aber eine gewachsene Partnerschaft: "Wir blicken auf eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück." Seit der Gründung von FAW-Volkswagen 1991 wurden bis zum Herbst des vergangenen Jahres rund fünf Millionen Fahrzeuge gebaut. Insgesamt sind die Niedersachsen schon seit 27 Jahren in China aktiv. Ein Joint-Venture mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) besteht seit 1985. (dpa) (ggo)