Tesla: Produktion des Model S hinter dem Plan
Tesla hinkt bei der Produktion seiner neuen Sportlimousine Model S hinterher. Grund sind nach Firmenangaben Engpässe bei Zulieferern, die Schulung von Mitarbeitern und eine rigide Qualitätskontrolle
Stuttgart, 26. September 2012 – Tesla hinkt bei der Produktion seiner neuen Sportlimousine Model S hinterher. Grund sind nach Firmenangaben Engpässe bei Zulieferern, die Schulung von Mitarbeitern und eine rigide Qualitätskontrolle. Bislang seien 255 Wagen produziert worden, teilte Tesla am Dienstag mit. Bis zum Jahresende sollen zwischen 2700 und 3225 Fahrzeuge ausgeliefert werden. Das Elektroauto kostet in den USA ab 57.400 Dollar, was derzeit rund 44.500 Euro entspricht.
Hinter dem Plan
Bei den Auslieferungen liege man derzeit vier bis fünf Wochen hinter dem Plan, hieß es. Noch im Mai 2012 hatte Tesla von rund 10.000 Vorbestellungen gesprochen, jährlich sollen bis zu 20.000 Model S vom Band laufen. Der Verkauf in Europa könnte noch in diesem Jahr beginnen, doch die aktuellen Verzögerungen lassen Zweifel daran aufkommen. Denn solange Tesla nicht mal einen Markt ausreichend beliefern kann, wird der Verkauf auf weiteren Märkten kaum anlaufen. Damit wird der Daimler-Partner auch weniger Umsatz in diesem Jahr erwirtschaften als ursprünglich prognostiziert. Das verschreckte die Börsianer: Die Aktie brach am Dienstag in New York um 9 Prozent ein. Der Verkauf frischer Aktien im Wert von bis zu 150 Millionen Dollar soll nun die Kasse auffüllen. Für bis zu 1 Million Dollar wird Gründer und Firmenchef Elon Musk zuschlagen.
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Teslas Model S ist in den USA schon auf dem Markt.
Großaktionär Daimler dagegen wird stillhalten. Die Schwaben besitzen momentan 4,7 Prozent an Tesla. Der Daimler-Anteil werde durch die Kapitalerhöhung verwässert, sagte eine Konzernsprecherin in Stuttgart auf Anfrage der dpa. Sie versicherte aber, dass Daimler mit der Partnerschaft sehr zufrieden sei. Tesla hat am elektrischen Smart und der elektrischen A-Klasse mitgearbeitet und Teile geliefert. Momentan entwickelt Tesla einen elektrischen Antrieb für die neue B-Klasse. Die soll mit dem E-Antrieb 2014 auf den Markt kommen.
Elektroantrieb fĂĽr Toyota
Daimler war 2009 bei Tesla eingestiegen und damit noch vor dem Börsengang der jungen US-Firma Mitte 2010. Zusammen mit dem Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi hielten die Stuttgarter rund 8 Prozent. Aabar hat sich mittlerweile aber zurückgezogen. Auch der japanische Weltmarktführer Toyota ist an Tesla beteiligt und hat sich von den Amerikanern den Elektroantrieb für seinen Geländewagen RAV4 schneidern lassen. Tesla gilt als einer der Technologieführer bei Elektroautos. Das kalifornische Unternehmen hat sich mit seinem Elektrosportwagen „Roadster“ einen Namen gemacht. Das Auto braucht nur 3,9 Sekunden, um auf 100 km/h zu beschleunigen, und kommt mit einer Ladung bis zu 400 Kilometer weit. Das machte Tesla zu einem begehrten Partner für die Großen der Branche. Die teure Entwicklung und der Aufbau der Produktion haben bei Tesla aber für hohe Verluste gesorgt. (dpa) (mfz)