Spannende Forschung
Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat die Entwicklung eigener Prüfpunkte bei der Hauptuntersuchung (HU) für Elektrofahrzeuge in Auftrag gegeben. Damit soll das Sicherheitsniveau der Elektro- und Hybridfahrzeuge erhalten bleiben
München, 09. Oktober 2012 – Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat die Entwicklung eigener Prüfpunkte bei der Hauptuntersuchung (HU) für Elektrofahrzeuge in Auftrag gegeben. Damit soll das Sicherheitsniveau der wachsenden Zahl von Elektro- und Hybridfahrzeugen über das gesamte Fahrzeugleben erhalten werden.
Der letzte Elektro- und Hybrid-Hype war 1900
Haben Sie mal auf einem der großen Autoverkaufsportale nach beliebigen Elektroautos gesucht? Über 50.000 Kilometer Laufleistung oder ein paar Jahren Fahrzeugalter wird das Angebot schon verdammt dünn. Logisch, denn erstens sind aktuelle E-Fahrzeuge noch nicht lange am Markt und zweitens laufen sie aufgrund ihrer geringeren Reichweite auch nicht so große Distanzen wie – sagen wir mal – Vertreterautos. Die richtig alten Elektro- und Hybridautos stehen im Museum – ihr Hype mit einem Anteil von 38 Prozent in den USA um 1900 war nämlich bereits mit Beginn des ersten Weltkriegs schon wieder vorbei.
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Ein idealer Kandidat für die Verfeinerung der Prüfkriterien an angegrauten E-Autos wäre der Citroën Saxo Electrique, ein Elektroauto, das ab 1997 erhältlich war.
Da man nun ihre segensreiche Entlastungswirkung für die städtische Luft wiederentdeckt hat und die Politik in Zeiten des Klimawandels Handlungsfähigkeit zeigen möchte, ist es politischer Wille, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bekommen. Wobei man, nebenbei gesagt, dem Problem der städtischen Luftbelastung mit jedem E-Auto ein bisschen abhelfen wird, dem Klimawandel allerdings eher weniger.
Rührend primitiv
Jedenfalls werden wir eine steigende Zahl Elektroautos sehen – und mit ihrem völlig anderen Antriebskonzept auch neue Anforderungen an die Sicherheit. Das gilt auch für ihren Langzeitbetrieb. Immerhin werben die Hersteller von Elektrofahrzeugen mit dem richtigen Argument, dass der Antrieb so gut wie keine Wartung benötigt und so gut wie keinen Verschleiß kennt. Im Vergleich zu dem hoch präzisen mechanischen Wunderwerk eines Otto- (noch mehr eines Dieselmotors) jedenfalls ist jeder Elektromotor von geradezu rührender Primitivität. Fahrwerk, Bremsen und Karosserie dagegen werden wohl kaum neu erfunden werden, in vielen Elektroautos stammen sie ja sogar aus der Serie ihrer konventionell angetriebenen Pendants und Verwandten. Verschleiß, etwa an den Bremsen, bleibt natürlich ein Thema. Tesla Motors beispielsweise schreibt vor, das reine Elektrofahrzeug Model S einmal im Jahr bzw. nach 20.000 Kilometern einem so genannten Check-Up unterziehen lassen.