Ausfahrt im neuen Jaguar XF Sportbrake

Vier Jahre gibt es den Jaguar XF schon, doch erst jetzt erhält die sportlich-elegante Limousine einen nicht minder schicken Kombi-Bruder. Wir haben den neuen XF Sportbrake mit 200-PS-Dieselmotor gefahren

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Vier Jahre nach EinfĂĽhrung der Limousine kommt der Jaguar XF jetzt als Kombi.
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Von
  • Matthias Nauman
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Edinburgh (Schottland), 8. November 2012 – Ob A6 Avant, 5er Touring oder E-Klasse T-Modell, die Edelkombis sind eine feste Größe im gehobenen Fahrzeugsegment. Jaguars dagegen tat sich bisher schwer: Der erste und bislang einzige Versuch war der zwischen 2004 und 2009 gebaute X-Type Estate. Der verkaufte sich zwar gut, galt vielen traditionsbewussten Liebhabern aber als umgelabelter Ford Mondeo. Obwohl bei der Entwicklung des XF von vornherein auch ein Kombi-Modell vorgesehen war, scheiterte die Umsetzung zunächst an den Kosten. Erst als nach dem Besitzerwechsel der Raubkatzenmarke von Ford zum indischen Tata-Konzern 2008 wieder mehr Geld nach England floss, konnte die Realisierung des XF Sportbrake angegangen werden. Und Jaguar macht eine mutige Ansage: Etwa jeder zweite XF soll hier künftig ein Sportbrake sein.

Sehen lassen kann er sich. Wie die Limousine wartet der mit 4,97 Meter genauso lange Kombi mit einem gelungenen Design auf. "Schön und vielseitig" soll der XF Sportbrake sein, so beschreibt James Towle, Global Brand Manager bei Jaguar, das Anforderungsprofil an den Edel-Laster. Der sportlich elegante Auftritt wird durch eine nach hinten ansteigende Gürtellinie und kleine Fensterflächen betont. Letzteres macht das Auto nach hinten allerdings unübersichtlich. Das Dach fällt sanft nach hinten ab und mündet in ein elegantes Heck. Dieses ist von großen Scheinwerfern und einer breiten Chromleiste geprägt. Der Vorderwagen bis zur B-Säule ist identisch mit der Limousine.

Ausfahrt im neuen Jaguar XF Sportbrake (25 Bilder)

Vier Jahre nach EinfĂĽhrung der Limousine kommt der Jaguar XF jetzt als Kombi.

Auch der Nutzwert kommt beim XF Sportbrake nicht zu kurz: Hinter der großen Heckklappe steckt ein geräumiges Ladeabteil, das dank breiter Öffnung und niedriger Ladekante gut zugänglich ist. Mit einem Kofferraumvolumen von 550 Liter liegt der XF Sportbrake nur geringfügig unterhalb von 5er Touring (560 Liter) und A6 Avant (565 Liter). Mittels im Laderaum angebrachter Hebel lassen sich die Rücklehnen des Jaguar mit zwei einfachen Handgriffen im Verhältnis 60 zu 40 umlegen. So erhält man einen nahezu ebenen Ladeboden und ein Stauvolumen von maximal 1675 Liter. Auch damit befindet sich der XF Sportbrake auf Augenhöhe mit Audi und BMW. Ein System mit Schienen, Netzen und längs verschiebbaren Halteleisten ist serienmäßig an Bord und hilft beim sicheren Verstauen von Gepäck.

Kaum Anlass zur Kritik bietet das Platzangebot für die Passagiere. Hinten genießen Insassen viel Beinfreiheit und im Vergleich zur Limousine fast fünf Zentimeter mehr Kopffreiheit. Auch der Mittelplatz kann genutzt werden, sieht man vom relativ breiten Mitteltunnel ab. Die Sitze für Fahrer und Beifahrer bieten guten Seitenhalt, optional stehen vielfältige Verstellmöglichkeiten zur Verfügung, die jeden die optimale Position finden lassen sollten. Für das Interieur wird eine Vielzahl an Lederfarben, Kontrastnähten und Holzsorten angeboten. Seit dem XF-Facelift Mitte 2011 präsentiert sich die Armaturentafel hochwertiger, an die deutsche Premiumkonkurrenz reichen Materialwahl und Verarbeitung aber noch nicht ganz heran. Auch die Bedienung von Audioanlage, Navigationssystem, Klimaautomatik und Sitzheizung über den Siebenzoll-Touchscreen erweist sich nicht immer als ganz intuitiv.