Motoren für Russland
Volkswagen wird ab 2015 seine Fahrzeugfertigung in Kaluga und auch die Auftragsfertigung im GAZ-Werk in Nizhny Novgorod mit Motoren aus lokaler Produktion beliefern. Damit erfüllt der Konzern die mit der russischen Regierung vereinbarten Ziele des Zusatzabkommens zum sogenannten Dekret 166
Wolfsburg/Kaluga (Russland), 11. Dezember 2012 – Volkswagen wird ab 2015 seine Fahrzeugfertigung in Kaluga in der Nähe von Moskau und auch die Auftragsfertigung im GAZ-Werk in Nizhny Novgorod mit Motoren aus lokaler Produktion beliefern. An der Grundsteinlegung für das neue, rund 250 Millionen Euro teure Motorenwerk nahmen heute Russlands Ministerpräsident Dimitri Medwedew, der Gouverneur des Oblast Kaluga Anatoly Artamonov und Dr. Michael Macht, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, teil.
Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax sprach Regierungschef Dmitri Medwedew von einer "klugen Investition", während Dr. Macht hervorhob: "Die zentralen Bausteine unseres Erfolges in Russland sind unsere russischen Produktionsstandorte. Mit dem neuen Motorenwerk in Kaluga ergänzen wir unsere lokalen Produktionskapazitäten und stärken damit unsere Position auf dem russischen Markt".
Motoren für Russland (7 Bilder)

(v.l.) Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft, Anatoly Artamonov, Gouverneur des Oblast Kaluga, und Dr. Michael Macht, Konzernproduktionsvorstand der Volkswagen Aktiengesellschaft, nach der Unterzeichnung der Verträge für den Bau des neuen Motorenwerks in Kaluga.
Dekret 166: Zuckerbrot und Peitsche zum gegenseitigen Nutzen
Gleichzeitig erfüllt der Konzern die Ende Mai 2011 mit der russischen Regierung vereinbarten Ziele des Zusatzabkommens zum sogenannten Dekret 166. Darin ist festgelegt, dass ausländische Hersteller während der kommenden acht Jahre, aber nicht länger als bis Ende 2020, Einfuhrerleichterungen für den Import von Komponenten erhalten. Voraussetzung ist, dass sie binnen dreier Jahre einen Ausstoß von mehr als 300.000 Einheiten im Jahr aus Neuproduktion beziehungsweise 350.000 Kraftfahrzeuge im Jahr im Falle der Modernisierung der bestehenden Produktion hochziehen. Der Anteil der im Land hergestellten Komponenten muss innerhalb von fünf Jahren auf 60 Prozent steigen, Motoren und Getriebe aus lokaler Produktion müssen in 30 Prozent der produzierten Autos eingebaut sein, wenn die Importvorteile weiter genutzt werden wollen. Volkswagen kann diese Vorteile als größter ausländischer Automobilinvestor in Russland nutzen, während das Gastland stark an der Modernisierung der eigenen Industrie interessiert ist. Seit 2006 wurde rund eine Milliarde Euro in die lokale Produktion und neue Modelle für Russland gesteckt. Erst vor einer Woche kündigte Volkswagen an, in den kommenden drei Jahren weitere 840 Millionen Euro in Russland zu investieren.
Das neue Motorenwerk entsteht auf einer Fläche von 30.000 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe des Volkswagen Fahrzeugwerkes in Kaluga. Die geplante Jahreskapazität ist auf 150.000 Einheiten ausgelegt. Zunächst soll hier der aktuelle 1,6-Liter-Ottomotor der Baureihe EA 211 gefertigt werden. Zum geplanten Produktionsumfang gehören Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe mit integrierter Montage, Kurbelwellen sowie die komplette Motormontage.
Nach 38 Prozent 2012 will Volkswagen in Russland weiter wachsen
Seit November 2007 produziert Volkswagen in Kaluga Fahrzeuge für den russischen Markt. Derzeit werden dort vier Modelle gefertigt: Volkswagen Tiguan und Polo sowie Škoda Octavia und Fabia. Am vergangenen Donnerstag startete der Konzern die Auftragsfertigung des Škoda Yeti beim Partner GAZ am Standort Nizhny Novgorod. Russland ist für den Volkswagen Konzern nach China, Deutschland, Brasilien, den USA und Großbritannien derzeit der sechstgrößte Einzelmarkt. In 2012 wird der Konzern über 315.000 Fahrzeuge an russische Kunden ausliefern, das entspricht einem Wachstum von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge stammt bereits aus lokaler Produktion. Langfristig plant der Volkswagen Konzern, bis 2018 in Russland jährlich 500.000 Fahrzeuge zu verkaufen. (fpi)