Skoda Fabia im Gebrauchtwagen-Check
Der Fabia galt schnell als gĂĽnstige Alternative zum VW Polo, mit dem er sich die Plattform teilt. Auch als Gebrauchtwagen macht er insgesamt eine gute Figur
München, 14. Dezember 2012 – Das Image seines biederen und zum Teil nur mäßig verarbeiteten Vorgängers Felicia hat der Fabia schon in der ersten Generation abgeschlossen. Vielmehr galt er schnell als günstige Alternative zum Polo, mit dem er sich die Plattform teilt. Auch als Gebrauchtwagen macht er insgesamt eine gute Figur. Einige Schwächen teilt er mit dem Polo – unabhängig vom Baujahr.
Modellhistorie
1999 wurde der Fabia vorgestellt. Ein Jahr später erweiterte Skoda das Angebot um eine Kombiversion, und Mitte 2001 folgte das Stufenheck Fabia Sedan. Kombi und Schrägheck waren gleichermaßen beliebt, nicht zuletzt, weil der Kombi als Neuwagen kaum teurer war. Das Stufenheck-Modell genießt hierzulande eher Exoten-Status, war aber in Osteuropäischen Ländern gefragt. Die zweite Generation kam 2007 auf den Markt, der Kombi folgte nur wenige Monate danach. Die Variante mit Stufenheck entfiel komplett. 2010 wurde der Fabia recht umfangreich überarbeitet. Einen Nachfolger erwarten wir für das Frühjahr 2014. Im nächsten Jahr ist demzufolge mit einigen Sondermodellen und günstigen Angeboten bei Neuwagen zu rechnen.
Skoda Fabia im Gebrauchtwagen-Check (9 Bilder)

Die zweite Auflage des Skoda Fabia kam 2007 auf den Markt.
Zuverlässig
Beim aktuellen Fabia deuten sich dem „TÜV Report 2012“ zufolge zwar erste Probleme mit der Vorderachse an, doch allgemein zeichne sich der auf dem VW Polo basierende Tscheche eher durch eine solide Qualitäten aus. Vor allem ab 2007 gebaute Exemplare belegen in der ADAC-Pannenstatistik vordere Plätze. Allerdings schlägt sich der Fabia auch mit typischen Schwächen herum, zu denen besonders bei älteren Modellen die verschleißfreudigen Achsgelenke gehören. Auch die hintere Bremswirkung gilt als Knackpunkt. Der ADAC verzeichnet unter anderem blockierte Handbremsen bei bis 2007 gebauten Exemplaren, auch die Servounterstützung der Lenkung machte demnach bis 2004 öfter schlapp. Auch der Luftmassenmesser des 1.9 TDI war über lange Jahre ein Schwachpunkt – wie in vielen anderen Modellen im Volkswagenkonzern. Bei älteren Modellen streiken hin und wieder auch die elektrischen Fensterheber. Rost ist beim Fabia nur dann ein Thema, wenn Unfallschäden schlecht repariert wurden, ansonsten gilt der Kleinwagen in diesem Punkt als unauffällig. Ersatzteile sind erheblich billiger als bei den meisten asiatischen Fahrzeugen.
Motoren
Die Motoren, mit denen der Fabia 2 auf den Markt kam, gelten durchweg als solide. Bei den Benzinern ist nur der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 105 PS richtig flott, alle anderen liefern passable Fahrleistungen. Herausragend sparsam oder laufruhig ist keiner der Motoren, doch mit etwas Pflege erreichen sie hohe Laufleistungen. Für die moderneren 1.2 TSI, die es mit 86 und 105 PS gibt, gilt das nicht mehr uneingeschränkt. Hier treten Schäden am Turbolader häufiger auf. Ärger macht bei diesen Maschinen auch die Steuerkette.
Die Diesel sind in dieser Hinsicht unauffälliger. Dafür kämpfen sie recht erfolgreich gegen die sparsame Dämmung an. Dennoch: mit dem 1.6 TDI, egal ob mit 90 oder mit 105 PS, ist der Fabia gut motorisiert. Bei den Benziner hängt eine Empfehlung von Haupteinsatzgebiet ab. Für die Stadt reicht der 70-PS-Dreizylinder locker aus, für längere Autobahnetappen sollte man lieber den 1.4 mit 86 oder gleich den 1.6 mit 105 PS ins Auge fassen. Die starke Maschine ist im Fabia allerdings vergleichsweise selten zu finden.
Preise
Die Preise für gebrauchte Fabia 2, ausgestattet mit einer Klimaanlage und nicht mehr als 60.000 Kilometer auf der Uhr, starten derzeit in den großen Autobörsen zwischen 5000 und 6000 Euro. Das Angebot ist recht groß, Skoda konnte ca. 50.000 Stück pro Jahr verkaufen – im Jahr der Abwrackprämie waren es sogar über 100.000. Fabia ab Baujahr 2011 werden ab etwa 8000 Euro angeboten. Eine Klimaanlage haben fast alle, auch ein Radio, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung fehlt fast bei keinem. Schwierig wird es, wenn ein Modell mit Schiebedach oder Automatik gesucht ist – beides wird in dieser Klasse nur sehr selten geordert. (mit Material der dpa) (mfz)