Auffällig unauffällig

Die Bezeichnung "Space" hat bei Mitsubishi eine lange Tradition, ein Kleinwagen war freilich noch nie darunter. Mit dem Space Star soll sich das nun ändern. Bei einer ersten Ausfahrt wollten wir wissen, wie sich der Japaner mit dem 71-PS-Basismotor fährt

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Im April 2013 rollt der Mitsubishi Space Star zu den deutschen Händlern.
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  • tsc
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Monaco, 18. Februar 2013 – Die Bezeichnung "Space" hat bei Mitsubishi eine lange Tradition, ein Kleinwagen war freilich noch nie darunter. Mit dem Space Star soll sich das nun ändern. Bei einer ersten Ausfahrt wollten wir wissen, wie sich der Japaner mit dem 71-PS-Basismotor fährt.

Das Design des Space Star ist ziemlich unspektakulär. Da er als preisgünstiges Weltauto konzipiert ist, soll er dem Geschmack möglichst vieler Märkte entsprechen. Daraus resultiert allerdings, dass es wenig Aufregendes zu entdecken gibt. Am ehesten fällt noch der in die Heckklappe eingearbeitete große Spoiler auf. Unter anderem dieser trägt dazu bei, dass der cW-Wert des Kleinen bei lediglich 0,27 liegt.

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Im April 2013 rollt der Mitsubishi Space Star zu den deutschen Händlern.

Der Innenraum wirkt so, wie man es von ähnlich preiswerten Konkurrenten kennt. Ein hochwertiges Ambiente wird in dieser Klasse niemand erwarten, der Space Star macht in diesem Punkt keine Ausnahme. Alles ist zweckmäßig eingerichtet, die Bedienung ist größtenteils logisch gelöst. Die Sitze sind bequem und lassen sich gut verstellen, nur an Seitenhalt mangelt es ihnen. Aber genug der blanken Theorie: Ich drehe den Schlüssel im Schloss und erwecke den Einliter-Benziner zum Leben.

Der Dreizylinder arbeitet deutlich hörbar und treibt den Kleinwagen gemächlich voran. Die Beschleunigung von 13,6 Sekunden auf Tempo 100 löst zwar keinen Geschwindigkeitsrausch aus, ermöglicht aber vernünftiges Mitschwimmen im Verkehr. Soll es zügiger vorangehen, verlangt der Motor hohe Drehzahlen und somit viel Schaltarbeit. Das Fünfgang-Getriebe lässt sich weich schalten, ist jedoch recht lang übersetzt, um den angegebenen Verbrauch von vier Litern Super auf 100 Kilometer zu realisieren. Hierbei soll auch der Eco-Drive-Assistent helfen. Dieser ist, außer in der Basis-Ausstattung, serienmäßig in die Tachoanzeige integriert und zeigt über vier kleine Leuchten - drei grüne und eine gelbe - den Effizienzgrad der momentanen Fahrweise an. Ebenfalls nur in den höheren Ausstattungsvarianten gibt es ein Start-Stopp-System.

Als Alternative zu diesem Motor bietet Mitsubishi einen Dreizylinder mit 1,2 Litern Hubraum an. Der Block ist gleich, nur der Hub wurde vergrößert. Er leistet mit 80 PS nur wenig mehr, dafür liegt sein maximales Drehmoment von 106 Nm schon bei 4000/min an und nicht erst bei 5000/min wie beim Basismotor. Fahren konnten wir die starke Version noch nicht, vermutlich wird aber auch er den Space Star nicht gerade beflügeln.

Das Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorne und einer Verbundlenkerachse hinten kommt gut mit den rund 920 Kilogramm des Space Star zurecht. Lange Wellen steckt das Auto ordentlich weg, kleine Schläge werden hingegen recht direkt an die Passagiere weitergegeben. Die Lenkung ist sehr teigig und indirekt. Schnelle Lastwechsel und flott durcheilte Kurven mag der Space Star gar nicht, er ist halt als Stadtauto konzipiert. Sechs Airbags sind in allen Versionen ebenso serienmäßig an Bord wie eine Traktionskontrolle und ein ESP.

Wenn man sich anschaut, wie viel Platz der kleine Space Star auf seinen 3,70 Meter Länge und seiner Breite von 1,67 Metern bietet, überrascht die Namenswahl nicht wirklich. Selbst im Fond können Personen bis zu einer Größe von rund 1,80 Meter gut sitzen, der 235 Liter große Kofferraum dient trotz seiner hohen Ladekante nicht nur als Alibi-Gepäckabteil. Die Rücksitzlehnen lassen sich im Verhältnis 60:40 umlegen, wodurch das Stauvolumen auf bis zu 912 Liter anwächst. Auch die Rundumsicht verdient das Prädikat "gut". Besonders die schmalen A- und C-Säulen erleichtern das Einparken ungemein.