Debatte ums Elektroauto

Trotz massiver Probleme bei Elektroautos sieht die Bundesregierung Fortschritte. In den vergangenen Jahren sei viel erreicht worden, sagte Bundesverkehrsminister Ramsauer. Die Autoindustrie fordert dagegen weiter staatliche UnterstĂĽtzung

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Berlin, 27. Mai 2013 – Trotz massiver Probleme bei Elektroautos sieht die Bundesregierung Fortschritte bei der Zukunftstechnologie. In den vergangenen Jahren sei viel erreicht worden, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Montag bei einer Konferenz zur Elektromobilität in Berlin. Wichtig sei vor allem die Alltagsfähigkeit von Elektroautos. Außerdem müssten die Fahrzeuge bezahlbar sein. Allerdings sei manches schwieriger als gedacht. Teile der deutschen Autoindustrie fordern weiter staatliche geförderte Kaufprämien – das lehnt die aktuelle Bundesregierung ab.

Mit Blick auf die mögliche Gefährdung von Arbeitsplätzen durch die EU-Vorgaben zur Minderung von CO2-Emissionen betonte Ramsauer den hohen Stellenwert des deutschen Arbeitsmarktes. Für ihn sei die Sicherheit von Arbeitsplätzen „einer der wichtigsten Parameter in der gesamten Politik“. Zwar würde „Deutschland bis 2020 die Abgasgrenze von 95g/km erreichen“, man dürfe jedoch „nicht zulassen, dass die Brüsseler Kommission völlig Unmögliches“ fordere.

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Mercedes will im kommenden Jahr eine B-Klasse mit E-Motor auf den Markt bringen.

„Die Elektromobilität ist im Alltag des Autofahrers angekommen“, sagte er in einem Interview mit dem TV-Sender Phoenix. Er verwies auf die geplante Bevorzugung solcher Fahrzeuge im Alltagsverkehr, etwa durch eigene Parkplätze und Autobahnspuren. Gleichzeitig machte er jedoch deutlich, dass finanzielle Kaufanreize finanziell „nicht leistbar“ seien.

Ramsauer sowie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigten das Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million E-Autos auf die deutschen Straßen zu bringen. Bisher sind nur einige Tausend zugelassen. Die deutschen Autobauer wollen bis Ende kommenden Jahres 16 neue E-Modelle auf den Markt bringen, bislang sind nur wenige erhältlich. Französische und japanische Autobauer sind bei E-Autos sowie Hybridfahrzeugen etwas weiter – ohne freilich bei deutschen Käufern bisher auf allzu große Nachfrage zu stoßen.

Die deutschen Hersteller wollen in den kommenden Jahren nachziehen. Volkswagen will noch in diesem Jahr E-Versionen von Up und Golf auf den Markt bringen. Darüber hinaus entwickelt VW E-Fahrzeuge speziell für China, den mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns. BMW kommt voraussichtlich im Herbst mit seinem ersten Elektroauto i3. Bei der Karosserie setzen die Bayern komplett auf leichte Materialien wie Carbon und Alu, um damit das zusätzliche Gewicht der Batterien auszugleichen. Das macht den i3 aber auch teuer. Der Einstiegspreis wird bei rund 40.000 Euro liegen. BMW hat angekündigt, schon mit diesem Modell schwarze Zahlen schreiben zu wollen.