Huawei will in Europa wachsen
Der chinesische Netzwerkausrüster ist auf Roadshow durch Europa und will so seine Umsätze auf dem Kontinent weiter steigern. Das dürfte zu Lasten der Lokalgrößen gehen.
Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei will sich verstärkt um den Vertrieb in Europa kümmern und damit auf dem Kontinent ansässige Konkurrenten wie Alcatel-Lucent, Ericsson und Nokia-Siemens Networks weiter unter Druck setzen. Huwaei wolle den Umsatz in Europa auch 2008 weiter steigern, sagte Europa-Marketingchef Zhou Ming Cheng der Financial Times. 2007 habe das Unternehmen mit europäischen Kunden rund 2 Milliarden US-Dollar (1,3 Milliarden Euro) umgesetzt, eine deutliche Steigerung von 770 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor.
Europa sei für die Branche einer der größten Märkte der Welt, erklärte Zhou, und ein strategisch wichtiger für Huawei. Sein Unternehmen habe in den vergangenen zwei Jahren Aufträge von verschiedenen Mobilfunknetzbetreibern erhalten und dabei die unter Druck stehenden Lokalmatadoren Alcatel-Lucent, Ericsson und Nokia Siemens ausgestochen. Zu den Auftraggebern der Chinesen gehören unter anderem Telefónica Deutschland, der Vodafone-Konzern oder France Télécom. Das Unternehmen ist derzeit auf einer Roadshow durch Europa.
Huawei versucht unterdessen weiter, einen westlichen Partner ins Boot zu holen. Branchengrößen wie Vodafone und AT&T war Interesse an einer Beteiligung an Huaweis Handysparte nachgesagt worden. Die Chinesen versprechen sich davon einen besseren Zugang zu den westlichen Märkten. Bisher nur begrenzten Erfolg hat Huawei in den USA, wo das Unternehmen 2007 rund 100 Millionen US-Dollar umsetzte.
Dabei dürften auch die Befürchtungen der Amerikaner eine Rolle spielen, sensible Infrastruktur durch ein möglicherweise von China kontrolliertes Unternehmen aufbauen zu lassen. Daran scheiterte auch die geplante Übernahme des US-Netzwerkspezialisten 3Com durch Huawei und Bain. Zhou bezeichnete das nicht börsennotierte Huawei dagegen als rein privates Unternehmen, das nicht von der Regierung unterstützt werde. (vbr)