Staub-Katze

Nun also auch Jaguar: Die britische Firma, die in der Vergangenheit elegante und grazile Autos verkaufte, stellt auf der IAA die Studie eines geplanten SUV vor. Der C-X17 genannte Entwurf soll dem Serienmodell optisch recht nahe kommen

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Frankfurt/Main, 10. September 2013 – Fans klassischer Jaguar-Modelle wird es kalt über den Rücken laufen, doch schlaue Marketing-Experten haben beschlossen, dass die Marke ein SUV braucht. Die britische Firma, die zeitlos elegante, grazile Limousinen und Coupés hervorgebracht hat, braucht diese klobige Fahrzeuggattung im Sortiment für jene Märkte, auf denen Kunden mit Tradition nicht viel am Hut haben. Und so steht auf der IAA die Studie C-X17, die einem Serien-SUV optisch schon sehr nahe kommen soll. Wann es ein SUV von Jaguar zu kaufen geben wird, steht aber noch nicht fest.

Auf den ersten Blick erinnert der Jaguar C-X17 etwas an den Mazda CX-5. Ian Callum, Chef-Designer von Jaguar, hat geschickt Elemente bestehender Jaguar-Modelle gemixt. Das Heck zitiert den noch recht jungen F-Type, vorne schimmern ein bisschen XF und XJ durch. Mit einer Länge von 4,72 Meter ist der C-X17 deutlich kürzer als ein Porsche Cayenne, die Höhe beträgt 1,65 Meter. Ein Allradantrieb passt sich den äußeren Gegebenheiten an, im Normalfall wird das Drehmoment zu 100 Prozent an die Hinterachse geleitet. Das dürfte einige wenige Zehntelliter im NEFZ sparen - ob die angestrebte Klientel es überhaupt wahrnimmt? Eine Bodenfreiheit von 21 Zentimeter dürfte für Feldwege ausreichend sein - mehr fordern Kunden in diesem Segment meist ohnehin nicht.

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Jaguar stellt auf der IAA den offiziell C-X17 vor.

Zur Motorisierung macht Jaguar noch keine Angaben. Denkbar ist hier im Prinzip fast alles, was das aktuelle Motorenregal der Marke hergibt. Einem Wettrüsten wird sich mittelfristig wohl auch Jaguar nicht entziehen, weshalb wir mit einem aufgeladenen V8 an der Spitze rechnen. Für den europäischen Markt wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch kräftige Dieselmotoren geben.

Die neu entwickelte Aluminium-Monocoque-Architektur soll demnächst auch bei anderen Jaguar-Modellen eingesetzt werden. Diese Plattform soll größere Designfreiheiten und „raumeffizientere Interieur-Konzepte“ ermöglichen. Das erste neue Modell auf dieser Basis, eine Mittelklasse-Limousine, ist für 2015 geplant.

Natürlich bekommt der Jaguar C-X17 alle typischen Studien-Gimmicks mit auf den Weg, darunter die versenkbaren Alu-Sitze im Kofferraum oder eine „Interactive Surface Console“. Sie erlaubt den Reisenden das Hochladen von Bildern, Videos und Sound-Dateien von ihren mobilen Endgeräten. Diese können sie dann mit ihren Mitreisenden oder über Facebook, Twitter und andere Social-Media-Kanäle mit externen Freunden teilen. Über die Touchscreens und eine intuitive Bedienoberfläche lassen sich alle Informationen beliebig zwischen vorderem und hinterem Abteil austauschen - früher ging das mit einer normalen Unterhaltung auch. Aber wie eingangs erwähnt, zählen Traditionen auf den Wachstumsmärkten nach Meinung der Marketing-Experten nicht mehr viel. (mfz)