Später Frühling

Die G-Klasse, das dienstälteste Modell der Stuttgarter, steuert auf ihr erfolgreichstes Verkaufsjahr zu. Magna-Steyr im österreichischen Graz, für die Auftragsfertigung verantwortlich, ist fleißig damit beschäftigt die Produktionskapazitäten zu erweitern

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  • Ronald Partsch

Stuttgart, 2. Oktober 2013 – Die G-Klasse, das dienstälteste Modell der Stuttgarter, steuert auf ihr erfolgreichstes Verkaufsjahr zu. Magna-Steyr im österreichischen Graz, für die Auftragsfertigung verantwortlich, ist fleißig damit beschäftigt die Produktionskapazitäten zu erweitern. Die Steigerungsraten sind beeindruckend, auch wenn die Fertigung weltweit pro Jahr im vierstelligen Rahmen bleibt. Doch schon 2012 brachte mit 9000 Auslieferungen ein Plus von 35 Prozent gegenüber 2011 und im ersten Halbjahr 2013 lag der Absatz bereits 70 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. 2013 dürfte also das Rekordjahr in der 34jährigen Geschichte werden. Und wo gehen die alle hin? Hauptabnehmerländer sind die USA, an zweiter Stelle Deutschland, dann China und Russland. 50 Prozent der verkauften Modelle tragen ein AMG-Luxus-Kleid und 80 Prozent werden von einem V8-Motor angetrieben.

Am 1. Februar 1979 rollten bei der damaligen Steyr-Daimler-Puch AG in Graz die ersten „Puch G- und Mercedes G-Exemplare“ durch die Halle. Sie rollten nicht von irgendwelchen Bändern – wie man schon fast automatisiert in die Tastatur klopfen will –, sondern entstanden (und entstehen noch heute) in spezialisierter Handarbeit. Von Beginn an war der „G“, wie Mercedes-Fans ihn liebevoll nennen, als Militärauto spezifiziert, die wenigen zivilen Exemplare unterschieden sich von ihnen in kaum mehr als der Farbe. Und das ist heute der größte G-Trumpf: Alles Mechanische an diesem Auto ist super-solide. Ein Leiterrahmen, der den (geplanten) Fallschirm-Abwurf vom Hubschrauber unbeschädigt überstehen soll, zwei robuste Starrachsen, die vordere mit gekapselten Gelenken, was Ärger mit irgendwelchen Gummimanschetten erspart und ein Schraubenfederfahrwerk bei dem für jedweden Einsatzzweck aus 15 verschiedenen Federkennungen gewählt werden kann. Kein Wunder, dass Jacky Ickx und Claude Brasseur mit einem 280 GE im Jahr 1983 ohne Werksunterstützung die Rallye Paris-Dakar gewannen. Wenn an heutigen „G“ irgendetwas klemmt, dann ist’s die in der Neuzeit aufgepfropfte Elektronik.

Später Frühling (19 Bilder)

Magna Steyr in Graz, verantwortlich für die Auftragsfertigung der Mercedes G-Klasse, hat Mühe mit dem Verkaufserfolg mitzuhalten.
(Bild: Daimler AG)

Erst 1990 startete eine rein zivile Baureihe (G463), die sich durch permanenten Allradantrieb von den militärischen Brüdern (G460) mit zuschaltbarem Allradantrieb unterschied. Mit der neuen Baureihe begann die Aufholjagd in Sachen Komfort und Ausstattung gegenüber den jeweiligen Limousinen, also vor allem und ausschließlich interieurseitig. Das muss besonders betont werden, denn äußerlich hat sich an der G-Klasse in den letzten 34 Jahren wenig verändert. Die letzte Aufwertung im Jahr 2012 brachte eine moderne Armaturenlandschaft mit integriertem Farbbildschirm, das Infotainmentsystem „Comand Online“ mit Navigation und Internetzugang. Außerdem einen Totwinkel-Assistenten, die Einparkhilfe „Parktronic“ und den Abstandsregel-Tempomat „Distronic Plus“. Allesamt Ausstattungen, die ein herzhafter Geländewagen einfach braucht. ()